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  • AC:

    Die Abkürzung (AC) steht für alternating current (engl.), siehe Wechselstrom.

  • Bruttostromerzeugung:

    Die Bruttostromerzeugung umfasst die gesamte erzeugte Strommenge in einem Land. Nach Abzug des Eigenverbrauchs der Erzeugungsanlagen verbleibt die Nettostromerzeugung.

  • Bündelungsgebot:

    Das Bündelungsgebot ist im Bundesnaturschutz- und im Raumordnungsgesetz verankert und besagt, dass neue Stromleitungen möglichst entlang von bestehenden Linien-Infrastrukturen wie Bahntrassen, Kanälen, Autobahnen oder aber neben bereits bestehenden Stromtrassen gebaut werden sollen. Indem die Stromnetzinfrastruktur mit der bestehenden Infrastruktur „gebündelt“ wird, sollen Freiräume erhalten und neue Zerschneidungen der Landschaft vermieden werden. Das Bündelungsgebot ist angesichts der Vielzahl an verschiedenen Infrastrukturmaßnahmen nicht immer die beste Option: So werden bereits stark belastete Regionen und ihre Anwohner noch stärker belastet, obwohl eine neue Leitung mit deutlich weniger Raumwiderständen woanders verlegt werden könnte. Alte Leitungen könnten in diesem Zuge womöglich zurückgebaut werden. Ein ausführlicher Vergleich verschiedener Varianten ist deshalb immer Teil des Verfahrens.

  • Bundesbedarfsplan:

    Der Bundesbedarfsplan leitet sich ab aus dem bestätigten Netzentwicklungsplan (NEP) und dem Umweltbericht der Bundesnetzagentur (BNetzA). Die darin enthaltenen Vorhaben werden als energiewirtschaftlich notwendig festgestellt. Die Bundesregierung legt einen Entwurf für einen Bundesbedarfsplan zur Abstimmung dem Bundestag vor, der daraus das Bundesbedarfsplangesetz ableitet (Vorhabenliste dort im Anhang).

  • Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG):

    Das Bundesbedarfsplangesetz, zuletzt 2015 geändert, legt fest, welche Vorhaben für die nächsten drei Jahre als energiewirtschaftlich vorrangig notwendig und dringlich eingestuft sind. Es dient der Gewährleistung eines sicheren und zuverlässigen Netzbetriebs. Das BBPlG wird vom Bundestag beschlossen. Eine Zustimmung des Bundesrates ist nicht erforderlich.

  • Bundesfachplanung:

    Die Bundesfachplanung ist ein neues, gesetzlich vorgeschriebenes Planungsinstrument zur Beschleunigung des Stromnetzausbaus für im Bundesbedarfsplangesetz als länder- oder grenzüberschreitend gekennzeichnete Vorhaben. Die Einzelheiten zur Bundesfachplanung sind im Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG) geregelt.

  • Bundesimmissionsschutzgesetz:

    Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) dient dem Schutz der Menschen vor dauerhaft hohen Belastungen durch Luftverunreinigungen, Stromfelder, Geräusche etc. Dazu werden auf Grundlage von wissenschaftlichen Untersuchungen Grenzwerte für die verschiedenen Belastung erlassen und gesetzlich festgeschrieben.

  • Bundesnetzagentur:

    Als Bundesbehörde kontrolliert die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Einhaltung des Telekommunikationsgesetzes (TKG), des Postgesetzes (PostG) und des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). In diesem Rahmen ist sie auch für die Koordination des Stromnetzausbaus zuständig und sorgt dafür, dass die Stromnetze nur soweit ausgebaut werden, wie es für die Versorgungssicherheit nötig ist.

  • Cluster:

    In der Strominfrastruktur bezeichnet man einen räumlich zusammenhängenden Bereich von Offshore-Windparks als Cluster.

  • DC:

    Die Abkürzung für direct current (engl.), siehe Gleichstrom.

  • Einspeise- bzw. Entnahmepunkte:

    Einspeise- und Entnahmepunkte sind die Netzanschlusspunkte im Stromnetz, an denen Strom eingespeist oder entnommen wird.

  • Elektromagnetische Felder (EMF):

    EMF setzen sich aus elektrischen und magnetischen Feldern zusammen. Elektrische Felder entstehen, sobald an einem Gerät oder einer Stromleitung eine Spannung anliegt. Ein Magnetfeld entsteht, sobald Strom durch eine Leitung fließt. Beide Felder werden in Mikrotesla gemessen.

  • Emissionen:

    Emissionen sind die von einer Anlage, von einem Gebäude oder einem Verkehrsmittel in die Umwelt, also Boden, Wasser oder Luft, abgegebenen Stoffe. Sie können gasförmig, flüssig oder fest sein. Wärme, Strahlung, Geräusche und Gerüche werden ebenfalls als Emissionen bezeichnet.

  • Energie:

    Die physikalische Größe Energie beschreibt die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten. Physikalisch betrachtet, kann Energie weder erzeugt noch vernichtet werden. Sie kommt beispielsweise in Form von elektrischer, chemischer oder thermischer Energie vor und wird in der Maßeinheit Joule angegeben.

  • Energieeffizienz:

    Die Energieeffizienz beschreibt das Verhältnis zwischen dem Energieverbrauch und dem erzielten Nutzen. Will man die Energieeffizienz erhöhen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder es wird weniger Energie bei gleichem Nutzen verbraucht (z. B. durch Wärmedämmung) oder aber der Nutzen wird bei gleichem Energieverbrauch erhöht (z. B. durch Abwärmenutzung).

  • Energieeinsparung:

    Darunter versteht man das Reduzieren des Energieverbrauchs verglichen mit einem Status quo. Häufig wird der Begriff genutzt, um zu zeigen, dass ein verbessertes Nutzerverhalten Energie einsparen kann. Im weiteren Sinne kann auch die Verbesserung der Energieeffizienz als Möglichkeit zur Energieeinsparung verstanden werden.

  • Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG):

    Das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) nennt Vorhaben des Netzausbaus in den Bundesländern, die als vordringlich eingestuft wurden und gesetzlich festgeschrieben sind. Derzeit sind das 22 Vorhaben. Sechs davon können auf Teilabschnitten als Pilotprojekt für den Einsatz von Erdkabeln auf der Höchstspannungsebene realisiert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Übertragungsnetzbetreiber auch zum Einsatz von Erdkabeln verpflichtet werden. Solche Voraussetzungen sind zum Beispiel Mindestabstände zur Wohnbebauung, Arten- und Gebietsschutz sowie die Querung großer Flüsse.

  • Energiewende:

    Der Begriff der Energiewende in Deutschland beschreibt den Übergang von einem Energiesystem auf Grundlage fossiler Energieträger und Kernenergie hin zu einem Energiesystem, das auf erneuerbaren Energien beruht. Hierbei spielen auch Energieeffizienz- und Energieeinsparmaßnahmen eine wichtige Rolle.

  • Energiewirtschaftsgesetz (EnWG):

    Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) – also das Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung –  enthält Vorgaben zur Regulierung und Entflechtung (unbundling) der Energieversorgungsnetze. Diese Trennung von Netz und Vertrieb (Stromerzeugung) verfolgt das Ziel eines diskriminierungsfreien Netzbetriebs.

    Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas.

    Die Regulierung der Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze durch die Bundesnetzagentur dient den Zielen der Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wettbewerbs bei der Versorgung mit Elektrizität und Gas und der Sicherung eines langfristig angelegten leistungsfähigen und zuverlässigen Betriebs von Energieversorgungsnetzen.

    Zweck dieses Gesetzes ist ferner die Umsetzung und Durchführung des Europäischen Gemeinschaftsrechts auf dem Gebiet der leitungsgebundenen Energieversorgung.

     

  • Erdkabel:

    Stromleitungen, die unter die Erde gelegt werden, werden als Erdverkabelungen oder Erdkabel bezeichnet. Bisher werden Erdkabel vor allem im Verteilernetz genutzt, bis zu einer Spannung von 110 Kilovolt ist ihr Gebrauch hier üblich. Höchstspannungsleitungen von 220 bis 380 Kilovolt wurden bisher als Freileitungen gebaut. Da in den Augen vieler Bürgerinnen und Bürger Erdkabel weniger in das Natur- und Landschaftsbild eingreifen, soll zukünftig über Pilotprojekte auch im Übertragungsnetz der Einsatz von Erdkabeln getestet werden.

  • Erneuerbare Energien:

    Energiequellen, die nahezu unendlich zur Verfügung stehen. Fast alle erneuerbaren Energien werden letztendlich durch die Sonne gespeist. Genau genommen verbraucht sich die Sonne, die allerdings nach derzeitigem Wissenschaftsstand eine Lebensdauer von mehr als einer Milliarde Jahren hat. Aus unserer menschlichen Perspektive ist das nahezu unbegrenzt.

  • Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG):

    Das „Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien“ regelt die Anschlusspflicht von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen sowie den Einspeisevorrang und die Vergütung für den erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien. Es ist seit dem 1. April 2000 in Kraft und löste das frühere Stromeinspeisungsgesetz ab.

  • Fossile Energieträger:

    Fossile Energieträger sind solche, die aus abgestorbenen Pflanzen und Tieren im Laufe von Jahrmillionen unter hohem Druck und hoher Temperatur entstanden sind.  Es handelt sich um Energierohstoffe mit unterschiedlichen Kohlenstoffverbindungen, wie Öle, Kohlen und Gase. Ihr Vorrat ist erschöpfbar.

  • Freileitung:

    Freileitungen sind Anlagen zum oberirdischen Stromtransport bestehend aus Masten, Isolatoren und Leitungsseilen. Die Leitungen sind im Gegensatz zum Kabel nur durch die dazwischen liegende Luft voneinander isoliert. Das Übertragungsnetz für Höchstspannung in Deutschland nutzt bisher fast ausschließlich Freileitungen.

  • Gleichstrom:

    Als Gleichstrom wird Strom bezeichnet, dessen Stärke und Richtung zeitlich nicht variiert. Strom aus Solar- und Windkraftanlagen liegt prinzipiell als Gleichstrom vor. Das deutsche vermaschte Stromnetz basiert dagegen auf Wechselstrom (Drehstrom).

  • Hochspannung und Höchstspannung:

    Schon eine Spannung über 1 Kilovolt (= 1.000 Volt) wird üblicherweise als Hochspannung bezeichnet. Bei der Stromübertragung sind allerdings weitere begriffliche Unterteilungen der Hochspannung gebräuchlich: Man spricht von Netzen mit Mittelspannung (1 bis 60 kV), Hochspannung (60 bis 110 kV) und Höchstspannung (220 bis 380 kV), wobei die genauen Grenzwerte nicht einheitlich festgelegt sind.

    Möglichst hohe Spannungen werden ausgewählt, um die Übertragungsverluste bei langen Transportwegen so gering wie möglich zu halten.

  • Höchstspannungs-Drehstrom-Übertragung (HDÜ):

    Die landläufige Form der Energieübertragung in Deutschland verwendet Drehstrom (Wechselstrom). Bei langen Strecken sind die Stromverluste allerdings recht hoch.

  • Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ):

    Verfahren der Energieübertragung mit hohem Gleichstrom bzw. mit hoher Gleichspannung. Die neu geplanten Übertragungsleitungen werden als HGÜ geplant, da die Stromverluste geringer sind als bei HDÜ-Leitungen.

  • Immissionen:

    Als Immissionen werden mit Blick auf die Umweltgesetzgebung Einwirkungen von Störfaktoren aus der Umwelt auf Mensch und Natur bezeichnet. Das können ebenso Schadstoffe in der Luft als auch elektrische und magnetische Felder oder Geräusche sein. Weitere Informationen finden Sie im Bundesimmisionsschutzgesetz.

  • Interkonnektor:

    Interkonnektoren (vgl. BBPlG-Vorhaben Nr. 29 und Nr. 33, EnLAG-Vorhaben Nr. 12) verbinden Stromnetze über Landesgrenzen hinaus. So können z.B. Leistungsüberschüsse zu Speicherkapazitäten im Ausland abgeführt und Engpässe im deutschen Übertragungsnetz verhindert werden. Auf diese Weise kann das Gleichgewicht zwischen Stromnachfrage und -angebot international ausbalanciert und die Versorgungssicherheit hierzulande gewährleistet werden.

  • Kernenergieausstieg:

    Kurz nach der nuklearen Katastrophe in Japan beschloss der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2011 den Kernenergieausstieg Deutschlands. Seitdem ist in Deutschland gesetzlich verankert, auf die Erzeugung von Strom mithilfe von Kernenergie zu verzichten. Acht Kernkraftwerke wurden in diesem Sinne bereits abgestellt, bis 2022 folgen schrittweise die übrigen neun.

  • Konverter:

    Ein Konverter wandelt Wechselstrom in Gleichstrom um, damit elektrische Energie in Gleichstromtechnik in einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung an einen anderen Standort übertragen werden kann. Dort wird der Gleichstrom dann wieder durch einen weiteren Konverter in Wechselstrom umgewandelt.

  • Lastmanagement:

    Weil die Möglichkeiten zur Speicherung von Energie in Deutschland noch gering sind, wird im Stromversorgungssystem hierzulande genau der Strom produziert, der auch verbraucht wird. Die flexible Steuerung der Stromerzeugung garantiert, dass Verbrauch und Erzeugung zu jedem Zeitpunkt übereinstimmen, das System gewährleistet, dass jeder Verbraucher ohne Berücksichtigung der Gesamtsituation seinen Energieverbrauch frei wählen kann.

    Da der aus Wind und Sonne gewonnene Strom natürlicherweise Schwankungen unterliegt, muss mit einem stetig wachsenden Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix in Zukunft auch der Verbrauch aktiv gesteuert werden. Dies wird als Lastmanagement bezeichnet. Dies kann zum Beispiel durch das vertraglich vereinbarte Zu- oder Abschalten von Energieverbrauchern und -erzeugern durch einen Netzbetreiber geschehen, der damit den stabilen Netzbetrieb sicherstellt. Flexible Verbraucher können ihren Strom dann beziehen, wenn dieser im Überfluss vorhanden ist und somit auch der Strompreis niedriger ausfällt.

  • Leistung & Kilowattstunde (kWh):

    Die elektrische Leistung beschreibt den Energieumsatz pro Zeiteinheit, die von einem Verbraucher bezogen oder von einem Generator geliefert wird. Sie wird Watt gemessen.

    Die Kilowattstunde (kWh) wird insbesondere zum Messen haushaltsüblicher elektrischer Leistung verwendet und taucht zum Beispiel auf Stromrechnungen auf. Die von Kraftwerken und Windkraftanlagen erzeugte Energie wird entsprechend mit Megawatt (MW) oder Gigawatt (GW) angegeben.

  • Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG):

    Das 2011 verabschiedete Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG) hat die Projektvorhaben neu strukturiert und die für die Energieversorgung als notwendig eingestuften Projekte von der Länder- auf die Bundesebene verlagert. Außerdem sollen die großen für die Energiewende notwendigen Projekte transparenter und mit mehr stetiger Bürgerbeteiligung durchgeführt werden, um den Ausbau langfristig schneller und mit einer größeren regionalen Akzeptanz zu erreichen.

  • Netzentwicklungsplan (NEP):

    Mithilfe des Netzentwicklungsplans (NEP) wird der Ausbaubedarf des Stromnetzes für die nächsten zehn Jahre dargestellt. Grundlage ist der von den Übertragungsnetzbetreibern erstellte Szenariorahmen, in welchem eingeschätzt wird, wie sich Stromerzeugung und -verbrauch in den nächsten Jahren entwickeln werden. Außerdem erstellt die Bundesnetzagentur einen Umweltbericht, in dem die möglichen Auswirkungen auf Mensch und Natur dargestellt werden – dieser fließt ebenfalls in den NEP ein. Anschließend wird der NEP unter Beteiligung der Öffentlichkeit abgestimmt.

    Für das deutsche Stromnetz werden die Netzentwicklungspläne in zwei Bereiche aufgeteilt: in den Netzentwicklungsplan Land und See. Sie sind als „Netzentwicklungsplan Strom“ und „Netzentwicklungsplan Strom Offshore“ (O-NEP) benannt.

    Wie der Netzenwicklungsplan zustande kommt, erklären die Übertragungsnetzbetreiber auf ihrem gemeinsamen Webportal in einem kurzen Animationsfilm.

  • Offshore-Windenergieanlage:

    So werden die Windkraftanlagen zur Stromerzeugung auf See genannt (Offshore, engl. vor der Küste, auf See).

  • Photovoltaik:

    Unmittelbare Umwandlung von Sonnenstrahlung in elektrische Energie mithilfe von Solarzellen.

  • Planfeststellungsverfahren:

    Das Planfeststellungsverfahren beginnt mit der Einreichung der Planunterlagen mit dem konkreten Streckenverlauf bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde und endet mit einem Planfeststellungsbeschluss. Wichtiger Bestandteil des Verfahrens ist die Beteiligung von Bürgern durch die öffentliche Auslegung der Pläne.

  • Raumordnungsverfahren:

    Im Raumordnungsverfahren (ROV) wird geprüft, ob konkrete Vorhaben (z. B. Trassenführungen von Stromleitungen oder Straßen, aber auch neu ausgewiesene Wohngebiete) mit den Zielen und Grundsätzen der Raumordnung und der Landesplanung übereinstimmen. Dabei werden ökologische, kulturelle, soziale und ökonomische Belange herangezogen.

  • Raumwiderstand:

    „Raumwiderstand“ ist eine Bezeichnung für die Umsetzbarkeit einer Infrastrukturmaßnahme in einem gegebenen Raum. Für die Erstellung der Raumwiderstandskarte werden Hindernisse wie Siedlungen, Schutzgebiete oder Militärgebiete mit ihren Sensibilitäten eingetragen und aufsummiert. Ein hoher Raumwiderstand heißt jedoch nicht, dass ein Trassenbau hier grundsätzlich unmöglich ist.

  • Smart Grid:

    „Intelligentes Stromnetz“, das Stromerzeuger und Verbraucher sowie mögliche Energiespeicher miteinander vernetzt. Es überträgt nicht mehr nur Energie, sondern auch Daten, um den zur Verfügung stehenden Strom und den tatsächlichen Strombedarf zeitlich und räumlich aufeinander abzustimmen.

  • Stromautobahnen:

    Die großen Höchstspannungsleitungen werden umgangssprachlich als „Stromautobahnen“ bezeichnet. Sie übernehmen den Transport großer Strommengen über weite Strecken. Dabei wird eine möglichst hohe Spannung gewählt, um die Übertragungsverliste gering zu halten. Neben den klassischen 380 Kilovolt-Drehstromverbindungen werden jetzt für den Nord-Süd-Transport zusätzlich Hochspannungs-Gleichstromverbindungen geplant:

  • Stromnetz:

    Das deutsche Stromnetz wird nach verschiedenen Spannungsebenen in Höchst-, Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebenen unterteilt und sorgt für den Stromtransport von den Erzeugungsanlagen zu den Verbrauchern. Die übertragene Energie steigt dabei mit der Höhe der Spannung. Je nach Art des Transportes wird zwischen Übertragungs- und Verteilernetz unterschieden. Während das Übertragungsnetz Strom mit hoher Spannung über weite Strecken befördert, organisiert das Verteilernetz den Transport unter anderem in den Städten und Gemeinden bis in die Haushalte auf einer niedrigeren Spannung.

  • Stromnetzausbau:

    Unter dem Begriff Stromnetzausbau wird die Verstärkung und Erweiterung der bestehenden Strominfrastruktur zusammengefasst, um beispielsweise neue Anlagen der Energieerzeugung wie auch neue Verbraucher an das Stromnetz anzuschließen. Außerdem soll einer Überlastung des Stromnetzes, beispielsweise infolge der steigenden Einspeisung dezentraler Energieanlagen, entgegengewirkt werden.

  • Transformator:

    Transformatoren können eine Spannung von einer höheren in eine niedrigere und umgekehrt umwandeln. Fast jedes elektrische Gerät enthält einen Transformator. Auch an den Übergangspunkten zwischen den verschiedenen Netzspannungsebenen im Stromnetz und meistens auch an den Punkten, an denen Strom in das Netz eingespeist wird, werden Transformatoren benötigt.

  • Trassenkorridor:

    Gebietsstreifen, in welchem die Stromtrasse verlaufen soll. Über ihren Verlauf wird bei länder- und grenzüberschreitenden Leitungen in der Bundesfachplanung entschieden. Nach der Gesetzesbegründung soll der Trassenkorridor in der Bundesfachplanung 500 bis 1000 Meter breit sein.

  • Übertragungsnetz:

    Das Übertragungsnetz transportiert Strom über weite Strecken. Nur etwa zwei Prozent der vorhandenen Leitungen entfallen auf das Übertragungsnetz. In den festgelegten Regelzonen ist es Eigentum der vier Übertragungsnetzbetreiber.

  • Übertragungsnetzbetreiber:

    Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW betreiben die Übertragungs- und Transportnetze für den Strom. Sie organisieren ausschließlich den Stromtransport und sind in diesem Zusammenhang für die Systemsicherheit verantwortlich. Die ÜNB sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Netzausbau im Rahmen der Energiewende vorzunehmen. Staatlich werden sie dabei von der Bundesnetzagentur reguliert. Diese überprüft auch, ob die ÜNB effizient wirtschaften – nicht nur beim Stromnetzausbau.

  • Umspannwerk:

    Als Teil der Strominfrastruktur dienen Umspannwerke als Schnittstellen zwischen Übertragungsleitungen unterschiedlicher Spannungsebenen. Im Umspannwerk wird die Spannung von einer höheren auf eine geringere umgespannt. Man sagt dazu auch "herunter transformieren". Das geschieht mithilfe der Transformatoren.

  • Umweltverträglichkeitsprüfung:

    Zweck der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist es, Umweltauswirkungen von Planungsvorhaben zu ermitteln, zu beschreiben und zu bewerten, so dass diese bei Entscheidungen berücksichtigt werden können.

  • Verbundbetrieb:

    Der Verbundbetrieb bzw. ein Verbundsystem bezeichnet den Zusammenschluss von Übertragungsnetzbetreibern, die auf nationaler und internationaler Ebene in Verbundnetzen zusammenarbeiten. So ermöglicht das engmaschige Stromnetz des europäischen Verbundbetriebs über HDÜ- und HGÜ-Leitungen den Stromtransport und -austausch innerhalb Europas und sorgt damit für eine gesicherte und wirtschaftliche Stromversorgung. Besteht in einem der angeschlossenen Länder plötzlich ein Ungleichgewicht zwischen Stromverbrauch und -produktion, können Schwankungen innerhalb des Verbundbetriebes einfach aufgefangen werden.

  • Versorgungssicherheit:

    Wenn jederzeit und dauerhaft an jedem Ort in Deutschland Strom zur Verfügung steht, spricht man von Versorgungssicherheit. Dafür nötig ist ausreichend produzierter Strom, der in einem stabilen Stromnetz bis zum Verbraucher transportiert werden kann.

  • Verteilernetz:

    Das Verteilernetz in Deutschland wird von fast 900 regionalen Verteilernetzbetreibern organisiert. Sie verteilen regional den Strom vom Höchstspannungsnetz über die Umspannwerke der Ballungsräume zu den Verbrauchern. Außerdem spielen sie bei der Integration des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen eine entscheidende Rolle, da dieser direkt in das Verteilernetz eingespeist wird.

  • Vorhabenträger:

    Ein Vorhabenträger ist ein Übertragungsnetzbetreiber. Die in Deutschland zuständigen Vorhabenträger, die Tennet TSO GmbH, die 50Hertz Transmission GmbH, die Amprion GmbH sowie die Transnet BW GmbH, sind jeweils für ein bestimmtes Ausbauvorhaben verantwortlich.

  • Vorschlags-/Vorzugskorridor:

    Von Vorzugs-/Vorschlagskorridor wird gesprochen, wenn der zuständige ÜNB aus mehreren möglichen Trassenkorridoren einen als beste Variante vorgeschlagen hat.

  • Wechselstrom:

    In Deutschland wird mehrheitlich Wechselstrom für den Stromtransport benutzt, da hier in einem insgesamt vermaschten Netz ein Wechsel der Spannungsebenen, z. B. von 380 auf 110 Kilovolt, leicht möglich ist. Wechselstrom ändert innerhalb einer Sekunde 100 Mal die Fließrichtung. Dies ergibt eine Frequenz von 50 Hertz. In Technik und Wissenschaft spricht man auch von Drehstrom. Die Übertragungsleitungen mit Wechselstrom werden deshalb als Hochspannungs-Drehstrom-Leitungen (HDÜ) bezeichnet.