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Abschaltung der Windmuehlen im Raum Friesland

An der Küste, z.B. im Raum Friesland, werden Windmühlen abgeschaltet. Diese Abschaltungen betragen bis zu 20% des Jahresertrags der Windkraftanlagen. Wo befindet sich ein Engpass und bis wann wird er behoben sein?

Frage von A. 7. Januar 2020
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Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Das Abschalten der Windmühlen (Redispatch[1]- und Einspeisemanagement[2]-Maßnahmen) wird von den Netzbetreibern ergriffen, um das Netz zu stabilisieren. Die Menge der Einspeisereduzierungen durch Einzelüberlastungsmaßnahmen in der Bundesrepublik umfasste im Gesamtjahr 2018 ein Volumen von ca. 5.436 GWh. Die zum Ausgleich getätigten Anpassungen durch Einspeiseerhöhungen beliefen sich auf ca. 5.418 GWh.

Der größte Teil der Abregelungsmaßnahmen von Windkraftanlagen findet in den Küstenregionen auf Grund der hohen Anzahl an Windkraftanlagen (an Land, sowie Offshore) statt. So entstehen fast 90 % der deutschlandweiten Ausfallarbeit durch Einspeisemanagement-Maßnahmen in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg (Monitoringbericht 2019 der Bundesnetzagentur).

Unter anderem ist der Raum Friesland von diesen Abregelungsmaßnahmen betroffen.  DerLandkreis Friesland befindet sich im Zuständigkeitsbereich des Übertragungsnetzbetreibers TenneT TSO GmbH. Neben Abregelungsmaßnahmen seitens des Übertragungsnetzbetreibers werden auch Abregelungsmaßnahmen durch die örtlichen Verteilnetzbetreibers durchgeführt. In der Region sind das u. a. die EWE Netz GmbH und die Avacon Netz GmbH. Ob und welche Einspeisemanagement-Maßnahmen durchgeführt werden, wird im Einzelfall abgestimmt.

Der von Ihnen beschriebene Engpass in diesem Raum soll durch Netzausbaumaßnahmen wie das Projekt Emden/Ost-Conneforde behoben werden. TenneT ersetzt die 220-kV-Leitung zwischen Emden und Conneforde durch eine leistungsstarke 380-kV-Leitung. Die Inbetriebnahme der 380-kV-Leitung ist für 2022 geplant. Weitere Details zu diesem Projekt finden Sie unter: https://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/emdenost-conneforde/

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat am 21. August 2019 den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt Emden/Ost-Conneforde erlassen. Der Beschluss legt fest, wie und wo TenneT die Leitung in den kommenden Jahren bauen soll und bestätigt damit die bisherige Planung. Der Planfeststellungsbeschluss lag Anfang September in den Gemeinden entlang der Trasse zur Einsichtnahme aus. Das Dokument ist weiterhin unter folgendem Link auf der Website der Behörde abrufbar: https://www.strassenbau.niedersachsen.de/download/147166

Auf Basis dieser sofort vollziehbaren Baugenehmigung begann der Bau auf einem rund 5 Kilometer langen Abschnitt im Bereich des Stapeler Moors. Insgesamt 17 Masten werden in diesem Baulos errichtet. Sobald die neue Leitung sicher in Betrieb ist, wird die alte Leitung von Emden nach Conneforde rückgebaut.

Neben der Reduzierung von Engpässen im Stromnetz durch den Netzausbau- und erweiterungsvorhaben möchten wir Sie gerne auf weitere Projekte der Netzbetreiber in Ostfriesland aufmerksam machen, welche ebenfalls das Ziel verfolgen, die Anzahl der Abregelungsmaßnahmen zu reduzieren. So wird z. B. in dem Forschungsprojekt Enera (Schaufenster intelligente Energie) untersucht, wie aus dem bisher am statischen Verbrauch ausgerichteten Energiesystem, eines wird, das die volatile Einspeisung aus erneuerbaren Energien intelligent und dynamisch nutzt. U. a. wurde in Varel ein Batteriegroßspeicher gebaut, um überschüssige Energie im Stromnetz zwischenzuspeichern.

Für weitere Informationen und Rückfragen stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung.

Redaktion Bürgerdialog Stromnetz

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