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Bürger fragen - Wir antworten

Abstandsregelungen zu bestehenden Stromtrassen

Gut zu wissen, dass es keinen gesetzlichen Mindestabstand zwischen einer Stromleitung und einem Wohnhaus gibt. Mein Onkel möchte sich ein neues Wohnhaus auf dem Lande errichten lassen. Er freut sich, dass er den Abstand zwischen seinem Wohnhaus und der nächsten Stromleitung nicht genau zu berechnen hat.

Frage von Thomas Karbowski 22. September 2021
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Sehr geehrter Herr Karbowski,

vielen Dank für Ihren Kommentar.
Gerne helfen wir Ihnen weiter.

In der Tat existiert bei bereits bestehenden Leitungen sowie neu zu bauenden Leitungen, die als Erdkabel verlegt werden, keine pauschale Mindestdistanz zwischen Stromleitungen und Wohnhäusern. Beim Neubau von Hochspannungs-Gleichstrom-Freileitungen muss allerdings eine Mindestdistanz von 400 m im Geltungsbereich eines Bebauungsplans oder im unbeplanten Innenbereich im Sinne des § 34 des Baugesetzbuchs und 200 m im Außenbereich im Sinne des § 35 des Baugesetzbuchs zu Wohnhäusern eingehalten werden. Bei Hochspannungs-Drehstrom-Freileitungen, die diese Distanzen unterschreiten, können nur in ausgewiesenen Pilotprojekten Erdkabel verlegt werden. Diese Regelungen sind im Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) zu finden. Des Weiteren existieren zum Teil länderspezifische Vorgaben, bspw. im Rahmen von Landesverordnungen.

Zudem regeln das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und zugehörige Verordnungen (BImSchV) die maximal zulässige Strahlenbelastung durch Stromleitungen an dauerhaft bewohnten Orten. Daraus ergeben sich indirekt Mindestabstände für alle Arten von Leitungen.

Fließt Strom durch einen Leiter, entstehen elektrische und magnetische Felder. Auch beim Laden des Mobiltelefons, beim Staubsaugen oder beim Kochen entstehen diese Felder, da es sich um physikalische Gesetze handelt. Im Haushalt werden entsprechende Grenzwerte durch diese Felder nicht überschritten. Hochspannungsleitungen führen deutlich größere Spannungen und Ströme als Haushaltsgeräte, wodurch stärkere Felder entstehen. Um die Grenzwerte stets einhalten zu können, ergeben sich so Mindestabstände. Netzbetreiber sind ferner verpflichtet, die Felder durch technische Maßnahmen möglichst klein zu halten. Je nach Aufbau der Leitung kann so der Mindestabstand zu dauerhaft bewohnten Orten unterschiedlich ausfallen. Landes- oder Bundesbehörden kontrollieren die Einhaltung der Grenzwerte. Sie gelten für Erd- und Freileitungen.

Sollen neue Gebäude neben bereits bestehenden Leitungen errichtet werden, wird im Regelfall eine Prüfung der Grenzwerte durchgeführt, um die Baugenehmigung zu erhalten.

Weitere Informationen finden Sie gerne auch auf unserer Website, wo ebenfalls eine entsprechende Broschüre verlinkt ist: https://www.buergerdialog-stromnetz.de/artikel/11-wichtige-bezeichnungen-und-was-sie-bedeuten/

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bürgerdialog Stromnetz-Team

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