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Einfluss des SuedLinks auf Böden und Kulturpflanzen

Welchen Einfluss haben Bau und Betrieb des SuedLinks auf Böden und landwirtschaftliche Kulturpflanzen?

Frage von G. 30. September 2021
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Sehr geehrte Frau G.,

die Universität Hohenheim und der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) TransnetBW betrachten in einem wissenschaftlichen Exaktversuch repräsentative Böden in Regionen rund um die geplante SuedLink-Leitung. Die Feldversuche umfassen verschiedene landwirtschaftliche Flächen an vier Standorten in Süddeutschland mit tonigen und steinigen Böden, Böden mit Lössauflage und Muschelkalk sowie Parabraunerde-Böden aus Löss. In Norddeutschland sind die Böden eher feucht und sandig, bei ihnen kann die Verlustwärme der Erdkabel leichter abgeleitet werden. Die untersuchten Böden in Süddeutschland hingegen sind meist grundwasserfern und damit häufig wechselfeucht. Ende 2022 ist mit ersten Ergebnissen zu rechnen.

Auch die Universität Göttingen und der ÜNB TenneT entwickeln seit 2019 in einer Studie unter anderem Empfehlungen für Rekultivierungsmaßnahmen zur Minimierung von Ertragseinflüssen. Dazu wurde ein Drehstrom-Erdkabel-Testfeld am Versuchsgut Reinshof installiert. Die ForscherInnen untersuchen, wie sich Kabel auf die Landwirtschaft auswirken, aber auch mögliche Veränderungen der Grundwasserbeschaffenheit, insbesondere durch Nitrateintrag.

Eine Studie der Universität Halle-Wittenberg mit dem ÜNB 50Hertz zur Wärmeausbreitung in Ackerböden untersucht seit 2018 anhand von Bodenproben typische Substratvorkommen entlang des geplanten SuedOstLink. Dazu entnahmen die AgrarwissenschaftlerInnen entlang des Vorschlagstrassenkorridors (und seiner Alternativen) in Sachsen-Anhalt und Thüringen insgesamt 13 Bodenproben und testeten diese auf ihre Wärmeleitfähigkeit. Die Modellrechnungen zeigten jeweils, dass sich die vom Erdkabel abgeführte Wärme nur eng begrenzt ausbreitete. Im zweiten Teil der Studie wird nun die Wärmeabgabe des Erdkabels in Gefäßen, die mit verschiedenen Böden befüllt sind, simuliert. Beobachtet werden auch Auswirkungen auf Wasserhaushalt, Bodentemperatur und Pflanzenentwicklung. 

Auch der Freiburger Bodenökologe Prof. Dr. Peter Trüby hat in verschiedenen Feldversuchen untersucht, wie sich Wärmeemissionen auf den Boden auswirken. Bodenökologisch seien die Effekte von untergeordneter Relevanz, so sein Fazit. Auch die Befürchtung von Ertragseinbußen in der Landwirtschaft sieht Trüby mit seinen Experimenten widerlegt. Aktuell begleitet er auch den ersten Wechselstrom-Erdkabelpiloten in Raesfeld in Nordrhein-Westfalen: Dort werden nach Verlegung des Erdkabels verschiedene Kulturen angebaut und die Ergebnisse ausgewertet.

Grundsätzlich hängt die Erwärmung des Bodens durch das Erdkabel – insbesondere an der Bodenoberfläche – von verschiedenen Faktoren ab: Neben der Übertragungstechnologie, der Kabelisolierung und dem Bettungsmaterial spielen auch die Wärmeleitfähigkeit des Bodens sowie die Auslastung des Kabels eine wesentliche Rolle. Im Vergleich zu Wechselstrom-Erdkabeln erwärmen sich Gleichstrom-Erdkabeln im Betrieb deutlich weniger. Die Bundesnetzagentur beobachtet und begleitet die wissenschaftlichen Untersuchungen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bürgerdialog Stromnetz-Team

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