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Einspeisung von Windparks in das Hochspannungsnetz

Guten Tag,
stimmt es, dass der Netzbetreiber einen Windpark bis 20 MW ins Netz aufnehmen muss , ohne das die Windkraftbetreiber ein Umspannwerk bauen müssen?

Frage von Frauke Cornelius 11. Oktober 2021
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Guten Tag Frau Cornelius,

vielen Dank für Ihren Kommentar zum Thema “Einspeisung von Windparks in das Hochspannungsnetz”. Gerne helfen wir Ihnen weiter.
In einem Windpark erfolgt im Regelfall immer eine Umspannung. Windkraftanlagen erzeugen die Energie im Bereich von 0,5-1 kV (Niederspannungsebene). Direkt in der Gondel, dem Turm oder ggf. neben dem Turm wird diese Spannung auf die Mittelspannungsebene (ca. 1 kV bis 35 kV) transformiert, um sie wirtschaftlicher bis zum Netzanschlusspunkt zu transportieren. Die Anschlussbedingungen der Anlagen regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), in der neusten Version von 2021.

Netzbetreiber sind verpflichtet Anlagen, die erneuerbare Energie erzeugen, an das Stromnetz anzuschließen (§ 8 Abs. 1 EEG). Grundsätzlich soll der Anschluss an das Stromnetz an den volkswirtschaftlich optimalen Anschlusspunkt erfolgen (§ 8 Abs. 1 EEG). Die Kosten des Netzanschlusses bis zum Verknüpfungspunkt trägt dabei der Anlagenbetreiber (§ 16 Abs. 1 EEG). Die Kosten des eventuell erforderlichen Netzausbaus trägt der Netzbetreiber (§ 12 und 16 Abs. 1 EEG).

Den Netzanschlusspunkt und insbesondere die Spannungsebene kann der Anlagenbetreiber allerdings auch frei wählen, solange dieses nicht mit deutlichen Mehrkosten für den Netzbetreiber einhergeht (§ 8 Abs. 2 EEG). Dementsprechend werden die Anlagen im Regelfall direkt an das Mittelspannungsnetz angeschlossen, um Mehraufwand auf Seite des Anlagenbetreibers zu vermeiden. Es ist jedoch auch möglich, dass der Netzbetreiber dem Anlagenbetreiber einen Anschlusspunkt zuweist (§ 8 Abs. 3 EEG). In diesem Fall muss der Netzbetreiber die Mehrkosten des Netzanschlusses zahlen (§ 16 Abs. 2 EEG).

Sollte ein Anschluss an die Mittelspannungsebene volkswirtschaftlich optimal sein, der Netzbetreiber aber einen Anschluss an die Hochspannungsebene verlangen, müsste er die Mehrkosten für bspw. einen Transformator tragen. Bei besonders großen Windparks könnte der volkswirtschaftlich optimale Netzanschluss den Bau eines Umspannwerks implizieren. Dann hätte die Kosten der Anlagenbetreiber zu zahlen. Es lässt sich hier also leider keine pauschale Antwort geben, da der Sachverhalt von individuellen Gegebenheiten abhängig ist. Eine fixe Grenze von 20 MW existiert nicht.
Wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen konnten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Redaktionsteam Bürgerdialog Stromnetz

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