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Bürger fragen - Wir antworten

Erdkabel – Vor- und Nachteile

Sehr geehrtes Team vom Bürgerdialog Stromnetz,

Was sind die Regelungen sowie Vor- und Nachteile der Erdkabel-Technik im Verglich zu Freileitungen?

Viele Grüße,

H.

Frage von H. 7. Oktober 2020
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Sehr geehrter Herr H.,

Zu Ihren Fragen bezüglich des  Einsatzes von Erdkabeln können wir Ihnen Folgendes mitteilen: Mit den Ende 2015 verabschiedeten Änderungen des Bundesbedarfsplangesetzes hat der Gesetzgeber den Erdkabelvorrang für Gleichstromleitungen eingeführt, um die Akzeptanz bei den Betroffenen zu steigern und die Leitungen weniger sichtbar zu machen. Gleichstromleitungen werden seitdem vorrangig als Erdkabel statt als Freileitung realisiert.

Zuvor hatten Freileitungen den Vorrang und Erdkabel waren die Ausnahme. Freileitungen können nun nur noch ausnahmsweise aus Naturschutzgründen, bei der Nutzung von Bestandstrassen und zum Beispiel auf Verlangen betroffener Kommunen in Betracht kommen, soweit nicht der generelle Ausschluss für Freileitungen in Siedlungsnähe greift. Bei der Nutzung von Bestandstrassen kommt eine Freileitung jedoch nur dann in Betracht, wenn keine zusätzlichen erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten sind.

Für Wechselstromleitungen sieht das verabschiedete Gesetz eine maßvolle Erweiterung der bestehenden Möglichkeiten der Teilverkabelung vor. Hier bleibt es zwar aus technischen Gründen beim Freileitungsvorrang. Mit zusätzlichen Pilotprojekten für Erdkabel sollen aber auch in diesem Bereich Erfahrungen mit der Erdverkabelung gesammelt und deren technische Entwicklung vorangetrieben werden.

Der  Einsatz von Erdkabeln führt zu zu Mehrkosten. In der gesamtwirtschaftlichen Analyse wird gemäß dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie jedoch deutlich, dass der Netzausbau auch mit Erdkabeln die günstigste aller Varianten für eine erfolgreiche Energiewende ist.

Gesamtwirtschaftlich senkt ein vor Ort akzeptierter und dann tatsächlich folgender Netzausbau die Kosten der Energiewende. Aktuell fallen hohe Kosten der Netzengpassbewirtschaftung (Summe der Kosten für Redispatch, Einspeisemanagement, Reservekraftwerke) an. Diese jährlich anfallenden Kosten beliefen sich 2015 auf über 1 Mrd. Euro. Sie werden ohne deutliche Fortschritte beim Netzausbau in den kommenden Jahren weiter steigen.

Durch den verstärkten Einsatz von Erdkabeln entstehen Investitionsmehrkosten (gegenüber der bisherigen Rechtslage) zwischen 3 und 8 Mrd. Euro. Hierbei handelt es sich um Investitionsmehrkosten, die einmal anfallen und gerade nicht um jährliche Mehrkosten. Diese Investitionsmehrkosten werden auf die Netzentgelte umgelegt.

Insgesamt ist eine genaue Kostenschätzung im jetzigen Planungsstadium sehr schwer. Die Mehrkosten für Erdkabel im Höchstspannungsübertragungsnetz hängen stark von den jeweiligen Gegebenheiten ab (tatsächliche Trassenverläufe, Bodenverhältnisse im jeweiligen Trassenabschnitt, kreuzende Infrastrukturen, tatsächliche Komponentenkosten usw.).

Für weitere Informationen und Rückfragen stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Redaktion Bürgerdialog Stromnetz

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