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Bürger fragen - Wir antworten

Erdkabel

Guten Tag, 
vorerst danke für die umfangreiche und geduldige Informationspolitik auf dieser Seite. Bzgl des Netzausbaus hätte ich eine technische Frage. Es wird nach meiner Info entweder Erdkabel oder Masten diskutiert. Was spricht gegen eine oberirdische Kabelführung ohne Masten, also mehr oder minder direkt auf dem Erdreich?
Danke für eine kurze Info und beste Grüße

Frage von Raimund Dachauer 4. Mai 2022
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Vielen Dank für die Anfrage. Gerne beantworten wir Ihnen diese.

Bei der Verlegung von Stromleitungen sind von den Netzbetreibern grundsätzlich die gesetzliche Grundlagen, die unter anderem die zu verwendende Technik vorgeben, einzuhalten. Dabei kann die Stromleitung mittels Erdkabel oder Freileitung sowie über die oder Hochspannungs-Drehstrom-Übertragungstechnik (HDÜ-Technik) verlegt werden. Beide Varianten sowie Techniken weisen dabei verschiedene Vor – sowie Nachteile auf.

Für die Verlegung von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) gilt seit Dezember 2015 der Erdkabelvorrang, d.h. Die Leitungen müssen als Erdkabel unterirdisch verlegt werden. Dies gilt insbesondere bei Stromtrassen, die über weite Entfernungen Strom transportieren, wie z.B. der SuedLink und SuedOstLink. Denn hierbei entsteht ein geringerer Energieverlust und es kann eine größere Menge Strom pro Zeiteinheit transportiert werden.

Wechselstromleitungen (der Großteil der Stromleitungen im deutschen Stromnetz) müssen aus technischen Gründen als Freileitungen gebaut werden. Wechselstrom ändert innerhalb einer Sekunde einhundert Mal die Fließrichtung und unterliegt somit einer stetig rhythmischen Veränderung sowie, im Vergleich zur HGÜ-Technik, einem höheren Energieverlust. Auf Grund dessen und aus weiteren technischen Gründen werden die Wechselstromleitungen als Freileitung verlegt. Der Gesetzgeber sieht darüber hinaus Pilotprojekte für Wechselstromleitungen vor, bei denen kürzere Abschnitte trotz der genannten Gründe als Erdkabel verlegt werden können. Hintergrund dieser Pilotprojekte ist z.B. die Tatsache, dass eine Stromleitung abschnittsweise zu nah an Wohnbebauungen verlaufen würde.

Stromleitungen können nicht unmittelbar auf dem Erdreich verlegt werden. In der Regel werden Höchstspannungsleitungen als Erdkabel in einer Tiefe von ca. 1,60 m unter der Erdoberfläche verlegt. Denn die Kabel sind vor äußerlichen Einwirkungen zu schützen. Hierbei spielt vor allem die Sonneneinstrahlung eine wesentliche Rolle, die zu einer zusätzlichen Wärmeentwicklung des Kabels sowie zu negativen Folgen der Kabelisolierungen führen kann. Die Isolierung der Kabel kann dabei porös sowie beschädigt werden und stellt demnach nicht mehr den nötigen Schutzfaktor dar. Zudem sind die Erdkabel vor möglichen mechanischen Einwirkungen, wie z. B. landwirtschaftlichen Maschinen, die über die Felder fahren, zu schützen. Genauso wie bei Freileitungen, mit denen Menschen nicht direkt in Berührung kommen dürfen, dürfen Menschen und Tiere auch nicht direkt Stromkabel auf dem Boden berühren. Elektrische Leitungen sind immer als spannungsführend zu betrachten und dürfen unter keinen Umständen berührt werden. Bei Leitungen bis 1.000 Volt ist ein Schutzabstand von mindestens einem Meter einzuhalten. Bei einer höheren Betriebsspannung sind mindestens drei Meter Abstand einzuhalten. Lebewesen werden durch das Verlegen von Stromleitungen unterhalb der Erdoberfläche also geschützt. Weitere Informationen zur Verlegung von Erdkabeln oder Freileitungen können sie folgendem Link entnehmen:  https://m.buergerdialog-stromnetz.de/email/preview/29

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