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Bürger fragen - Wir antworten

Haben Bürger die Auslastung der Stromtrassen selbst in der Hand?

Stromnetzstabilität und Ausbau/Volatilität der Erneuerbaren erfordern immer mehr Netzeingriffe und höheren Transportbedarf. Trassengegner kritisieren, daß Ersatzneubauten der Juraleitung eine 6fache Stromtransportfähigkeit mit möglichem 10fachem Stromtransport bieten, der Bedarf dafür nicht nachgewiesen sei und Magnetfelder erhöht werden.
Ist es zutreffend, dass die Auslastung und die EMV-Felder von Stromtrassen von Bürgern beeinflusst werden kann, wenn sie einfach mehr Strom dezentral verbrauchen, der dann nicht übertragen werden muß? Bei Beibehaltung des Status Quo würde nicht mehr Strom wie bisher durch die neuen Leitungen fließen. Nur wenn das „Trassen-Totschlagsargument“ „Dezentral“ nicht funktioniert, Verteilnetzbetreiber den lokalen Netzausbau verschlafen oder NIMBYs die Energiewende behindern, müßte mehr Erneuerbarer Strom von Norden bzw. der EU geliefert werden.
Eigentlich könnten dann ohne vermeintliche Nachteile marode Leitungsfundamente und spröde Weltkriegsstahl-Masten der Juraleitung auf den Stand der Technik ersetzt werden, was ohnehin aus Gefahrschutzgründen (siehe Brücken..) erforderlich ist.

Frage von Herr B. 2. Dezember 2022
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Sehr geehrter Herr B.,

grundsätzlich ist es richtig, dass sich die Transportkapazität der sog. Juraleitung (Vorhaben 41 Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG)) zwischen Mittelfranken und Niederbayern durch den Ersatzneubau erhöht. Um wie viel, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen, da dies von mehreren Faktoren abhängt.

Zutreffend ist auch, dass die Auslastung einer Leitung vom jeweiligen Bedarf abhängig ist und diesbezüglich durch die BürgerInnen beeinflusst werden kann. Jedoch gibt es in einigen bayerischen Regionen einen sehr hohen Bedarf an Industriestrom als wichtigen Standortfaktor für die heimische Wirtschaft. Bayern ist aufgrund des hohen Anteils von Kernenergie (ca. 37 %) an der Bruttostromerzeugung besonders von einer Veränderung der Energieerzeugung betroffen. Bereits im Jahr 2017 hat der Freistaat mehr Strom verbraucht, als er selbst erzeugt hat – trotz größtem Anteil an installierter PV-Leistung im Bundesgebiet. Die Differenz liefern andere Bundesländer, aber auch der Nachbar Österreich. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird die bayerische Stromproduktion die prognostizierte Nachfrage bereits ab 2023 pro Jahr um 40 Terawattstunden (TWh) übersteigen. Daher werden die Stromverbindungen optimiert und ausgebaut.
Wie Sie richtig festgestellt haben, wurde der Ersatzneubau der seit den 1940 bestehenden Juraleitung seit 2015 mehrfach durch den Deutschen Bundestag und Bundesrat im Bundesbedarfsplangesetz beschlossen, nachdem seine Notwendigkeit von der Bundesnetzagentur (BNetzA) im Netzentwicklungsplan 2014 für das Jahr 2024 und im NEP 2019 für 2030 bestätigte. Dabei erfolgte eine besondere Prüfung des Vorhabens 41 im BBP-Netz (Bundesbedarfsplan-Zielnetz) unter Berücksichtigung lastflusssteuernder Betriebsmittel und höherer Auslastung der Bestandsnetze durch Freileitungsmonitoring, alternativer Vorhaben sowie weiterer Innovationen (bspw. Power-to-X, PV-Speicher etc). Im Rahmen der Konsultationsergebnisse zum NEP 2019-2030 führte die BNetzA weiterführende Untersuchung durch. Die detaillierten Ergebnisse können dem bestätigten NEP 2019-2030 entnommen werden. [1]

[1] Vgl. Bedarfsermittlung 2019-2030 Bestätigung Netzentwicklungsplan Strom

Ersatzneubau bedeutet: Es wird eine neue Leitung gebaut, die alte nach Fertigstellung der neuen jedoch zurückgebaut. Statt mit 220 Kilovolt fließt der Strom nach der Inbetriebnahme künftig mit einer Spannung von 380 Kilovolt durch die neuen Leiterseile. Damit ist die Leitung fit für die steigenden Anforderungen durch die Energiewende.

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