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Bürger fragen - Wir antworten

Investitionsrenditen für Übertragungs- und Verteilstromnetz für alle gleich?

Ich habe gelesen, dass die rund 873 Verteilnetzbetreiber die gleichen prozentualen Investitionsrenditen (6,91% / 5,07% ab 2024) wie die TenneT erhalten? Das Verteilnetz ist mit weit über 1.800.000 Kilometern und über 500.000 Umspannwerken um ein Vielfaches größer und zukünftig kostenträchtiger aufzurüsten als die nur wenigen tausend km des Übertragungsnetzes und wird in den Studien der Befürworter dezentraler Energiesysteme meistens nicht berücksichtigt, obwohl dafür Kosten von ca. 250 Milliarden EUR erforderlich sind (die sich ja meist noch verdoppeln oder verdreifachen..).
Ist erklärlich, warum Trassengegner mit zweierlei Maß messen und TenneT als „Abzocker“ kritisieren, wenn auch die Verteilnetzbetreiber gleiche (regulierte) Renditen erhalten?

Frage von Herr B. 7. November 2022
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Guten Tag Herr B.,

vielen Dank für Ihren Beitrag.

Die Eigenkapitalzinssätze für Elektrizitäts- und Gasnetzbetreiber wurden von der Bundesnetzagentur (BNetzA) im Jahr 2021 neu festgelegt. Die Zinssätze wurden einheitlich von 6,91 auf 5,07 Prozent vor Körperschaftsteuer für Neuanlagen und von 5,12 auf 3,51 Prozent vor Körperschaftsteuer für Altanlagen festgelegt. Weitere Informationen finden Sie auch unter:

https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/20211020_EKZins.html

Die neuen Zinssätze gelten ab der vierten Regulierungsperiode. Diese beginnt für die Gasnetzbetreiber im Jahr 2023, für die Stromnetzbetreiber im Jahr 2024. Sie gilt für Stromnetzbetreiber sowohl im Übertragungs- als auch im Verteilnetz.
Durch den Eigenkapitalzins reguliert die BNetzA, welche Gebühren die Betreiber für die Nutzung ihrer Leitungen von Stromlieferanten verlangen dürfen. Insgesamt bedeutet die Senkung der zulässigen Eigenkapitalrendite eine Reduktion der anrechenbaren Gewinne für alle Gas- und Stromnetzbetreiber. Gleichzeitig bleiben Investitionen in Netze attraktiv.

Vergleicht man die Kosten für das Verteil- und Übertragungsnetz ist – rein rechnerisch – ein Kilometer Verteilnetz vermeintlich somit günstiger als ein Kilometer im Übertragungsnetz. Insgesamt ist sich die Wissenschaft aber einig, dass die Energiewende mit einem reinen Ausbau der Verteilnetze deutlich teurer wäre. Sich beim Ausbau lediglich auf eine Netzebene zu fokussieren, wäre volkswirtschaftlich extrem ineffizient. Das Stromnetz besteht aus unterschiedlichen Spannungsebenen, die miteinander verknüpft ein möglichst sicheres Gesamtsystem bilden. Die verschiedenen Ebenen haben zum Ziel, Verluste beim Energietransport so gering wie möglich zu halten.

Immer wieder taucht auch die Frage auf, ob sich der Netzausbau mit dezentraler Energieerzeugung und Stromspeichern reduzieren lässt und somit Kosten eingespart werden können. Eine Frage zum Thema Dezentralität haben wir hier beantwortet.

Wir hoffen, dass wir Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team vom Bürgerdialog Stromnetz

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