Ihre Meinung ist uns wichtig, daher freuen wir uns über Ihr Feedback!

Wir möchten uns stetig verbessern, um Ihnen relevante Inhalte und einen guten Service bieten zu können.

Dieses wird unabhängig durch das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer (FÖV) erhoben. (externe Internetseite).

Bürger fragen - Wir antworten

Kostenanteile des Strom-Übertragungsnetzes nicht so hoch wie gedacht?

Ich habe in diversen Unterlagen Fakten bzw. daraus abgeleitete Berechnungen gefunden und wollte dazu Ihre Meinung wissen, da die Übertragungsnetzausbaukosten in Milliardenhöhe sich zwar hoch anhören, es wohl pro kWh für die Bürger aber gar nicht sind:
Die derzeitigen Gesamtkosten(!) von TenneT für sämtliche Stromdienstleistungen 2021 betragen 2,109 Cent/kWh.
Nach BMWI-Tabelle Letztverbraucherausgaben für Strom betragen die Stromgesamtausgaben 2019 81,0 MrdEUR. Von diesen werden 4,9 MrdEUR von Übertragungsnetzbetreibern (Tennet usw.) bei einer Bruttostromerzeugung von 567 Mrd kWh verrechnet.
Daraus ergeben sich Kosten von 0,86 Cent/kWh für die gesamten bisherigen Übertragungsnetze von über 37.000 km und ein minimaler zusätzlicher Kostenanteil von ca. 0,18 Cent/kWh für den künftigen Übertragungsnetzausbau (der sich bei den künftigen doppelten Stromtransportmengen nochmals halbieren lässt). Das ist m.E. völlig Irrelevant bei Strompreisen von z.Zt. rund 32 Cent/kWh, den Großteil der Stromkosten verursachen die tausend Verteilnetzbetreiber sowie Trassengegner, die durch Netzausbauverzögerung Milliarden Kosten für Preissteigerungen, Prozesse und Netzüberlastungsstabilisierung verursachen.
Das Übertragungsnetz wird aber dennoch durch den dadurch möglichen überregionalen Strombedarfsausgleich deutlich mehr einsparen und Stromerzeugung und Netzsicherheit an den dafür wirtschaftlichsten Standorten sicherstellen. Laut DIHK-Faktenpapier geht die EU von 16-40 MrdEUR (!) Ersparnis auf EU-Ebene pro Jahr (!) aus und wir ersparen uns auch Netzstabilisierungskosten in sonst massiv steigender Milliarden-Höhe pro Jahr. Rechnet man allein dies auf die Trassen-Nutzungsdauer von 80-100 Jahre hoch, dann bräuchte man normalerweise keine Trassendiskussion einer BI über Kosten-Nutzen und Transportkosten.
Warum werden solche Vergleiche nicht mehr in den Mittelpunkt gestellt?

Frage von Herr B. 7. November 2022
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Guten Tag Herr B.,

vielen Dank für Ihren Beitrag.

Ihre Berechnungen sind richtig. Die Länge der Übertragungsnetze betrug 2019 ca. 37.500 km, dem stehen Netzentgelte in Höhe von 4,9 Mrd € gegenüber. Die Netzentgelte für des Verteilnetzes lagen bei 15,3 Mrd. € für 1,8 Mio. km Netzlänge. Rein rechnerisch ist damit vermeintlich ein Kilometer Verteilnetz deutlich günstiger als das Übertragungsnetz (vgl. Monitoring Bericht der BNetzA 2018; 2019; 2021).

Dennoch kann über das Übertragungsnetz ein Vielfaches an Strom transportiert werden als über das Verteilnetz. Vergleicht man exemplarisch eine 110 kV Leitung mit 4.000 A (Verteilnetz) und eine 380 kV Leitung mit 4.000 A (Übertragungsnetz), dann kann die 380 kV Leitung ca. 3,5 Mal mehr Strom transportieren. Bei einer 10 kV Leitung (Verteilnetz) beträgt der Wert bei theoretisch gleichem Strom das 38-Fache. Ferner entstehen durch Netzeingriffe, wie das Einspeisemanagement, schon jetzt Kosten in Höhe von rund 2 Mrd. Euro, weil die Netze überlastet sind (vgl. Monitoring Bericht der BNetzA 2021).

Insgesamt ist sich die Wissenschaft einig, dass für die Energiewende sowohl der Übertragungsnetz- als auch der Verteilnetzausbau nötig ist. Sich beim Ausbau lediglich auf eine Netzebene zu fokussieren, wäre volkswirtschaftlich extrem ineffizient. Der Ausbau der Übertragungsnetze ist für den weiten Transport und die deutschlandweite Vernetzung sowie die Vernetzung auf EU-Ebene nötig. Gleichzeitig bedarf es aber auch dem Verteilnetzausbau, denn der größte Teil der erneuerbaren Energien wird auf dieser Ebene angeschlossen. Gleiches gilt auch für viele Verbraucher, wie Wärmepumpen und Elektroautos (vgl.: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/netze-und-netzausbau.html).

Wir stellen genau solche Daten und Fakten den BürgerInnen regelmäßig bei unseren Veranstaltungen und auf unseren digitalen Kanälen zur Verfügung und laden ExpertInnen zum Diskurs hierzu ein. Damit sorgen wir für eine transparente Umsetzung der Energiewende.

Wir hoffen, dass wir Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team vom Bürgerdialog Stromnetz

Schreiben Sie eine Antwort

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Sie wird nur zu persönlichen Beantwortung von Fragen und bei eventuellen Rückfragen verwendet. Mehr dazu in unseren Informationen zum Datenschutz.

* Bitte füllen Sie diese Pflichtfelder aus.

Alle Fragen im Überblick