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Bürger fragen - Wir antworten

Nutzen vom SuedLink

Möglicherweise ist diese Frage hier schon einmal gestellt worden, trotzdem würde ich sie gern dann noch einmal stellen. Welcher Einspeisestrom soll durch den SüdLink in den Süden transportiert werden? Wenn er nur die Überschusserzeugung norddeutscher WEA´s transportiert ist dieses Stromangebot für den Süden doch sehr volatil und die Auslastung des SüdLinks nur so hoch wie es die starken Schwankungen der Windenergie zulassen. Lohnt sich der immense Aufwand des Leitungsbau für eine dann sehr unregelmäßige Nutzung des SüdLinks?

Frage von K. H. I. 20. September 2022
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Sehr geehrte Herr I.,

vielen Dank für Ihre Frage. SüdLink ist mit seiner Inbetriebnahme 2028 eine der vier HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung), die sich aktuell im Planfeststellungsverfahren befinden und noch vor 2030 ans Netz gehen sollen. Mit der Anpassung des Bundesbedarfsplans werden nun zusätzlich 19 neue Netzausbauvorhaben aufgenommen, weshalb noch weitere Leitungen hinzukommen werden. Bayern ist eines derjenigen Bundesländer, die besonders von der Energiewende betroffen sind. Bayern wird, mit der spätestens im April 2023 (Einsatzreserve) endenden Kernenergie, weitere 27% an der Bruttostromerzeugung (StMWi, Monitoringbericht 2020) aus anderen Quellen und damit auch Bundesländern beziehen müssen. Das stellt zum jetzigen Zeitpunkt kein Problem für die Versorgungssicherheit dar. Um mit dem Voranschreiten der Energiewende aber Versorgungsengpässe und Netzüberlastungen zu vermeiden, führen zukünftig zwei der großen Nord-Süd-Stromleitungen nach Bayern: SuedLink und SuedOstLink. SuedLink soll also künftig den an Land und auf See erzeugten Wind­strom in einer über 700 km langen Leitung nach Bayern und Baden Württemberg transportieren und so seinen Beitrag leisten, den Energiebedarf vor Ort zu decken und damit die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Genauer wird SuedLink aber je nach Wetterlage nicht nur Strom aus dem windenergiereichen Norden nach Süden transportieren, sondern auch an sonnenreichen Tagen den Strom, der aus der Photovoltaik im Süden gewonnen wird, in den norden Deutschlands transportieren.

Wie Sie allerdings richtig angemerkt haben, sind erneuerbare Energien volatil. In Zeiten in denen die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, kann deswegen zum Beispiel durch den europäischen Stromhandel Energie, die in den großen Wasserkraftwerken in Norwegen produziert wird, über den bereits bestehenden NordLink nach Deutschland transportiert werden, um anschließend durch SuedLink weiterverteilt zu werden. Damit wird eine Verbindung zu den (Speicher-)Kapazitäten im europäischen Ausland geschaffen, was dazu beiträgt, die schwankende Erzeugung der erneuerbaren Energien auszugleichen.

Der Bedarf für SuedLink, also seine Notwendigkeit für unsere zukünftige System- und Versorgungssicherheit, wurde im Netzentwicklungsplan von den Übertragungsnetzbetreibern dargelegt. Die dort festgehaltene Simulation der Erzeugungs- und Verbrauchssituation für 2030 hat gezeigt: In 10 Jahren wäre das aktuelle Stromnetzes überlastet  (Netzentwicklungsplan 2030 (Fassung Dez. 2019). Gesetzlich festgeschrieben wurde der Bedarf für SuedLink im BBPlG (Bundesbedarfsplangesetz). Ferner zeigen auch unabhängige Studien, dass selbst bei einem starken Ausbau dezentraler Stromerzeugung in den Regionen vor Ort der Ausbau des Übertragungsnetzes langfristig unvermeidbar ist (Quelle: Leopoldina et al., 2020).

Der Strombedarf im Süden Deutschlands wird jedoch nicht allein durch den SuedLink sichergestellt. Hinzu kommen regionale PV- und Windenergieanlagen sowie zeitweise Energieimporte aus den europäischen Nachbarländern. Auch Pumpspeicher-Kraftwerke und Power-to-X-Anlagen sowie Demand-Side-Management können einen zusätzlichen Beitrag leisten, um die Volatilität der erneuerbaren Energien auszugleichen.

Wir hoffen, dass wir Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team vom Bürgerdialog Stromnetz

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