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Bürger fragen - Wir antworten

Produktion/ Verbrauch

Sie haben einem Bürger Angaben zu Produktion und Verbrauch gemacht. Die Produktion ist höher. Warum wird importiert?
Die Differenz begründen Sie mit Ex- bzw. Import sowie dem Eigenverbrauch der Kraftwerke.
Dem kann ich schlecht folgen. Export, verständlich, Import unnötig Ihren Angaben zufolge…
Auch Kraftwerksverbrauch ist Verbrauch…
MfG
A. H.

Frage von A. H. 26. Juli 2022
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Guten Tag Frau H.,

vielen Dank für Ihre Frage. Gerne beantworten wir Ihnen diese.

Deutschland ist im europäischen Strommarkt integriert und kann nicht als Insel betrachtet werden. Mit elf Ländern tauscht Deutschland Strom aus – Dänemark, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen – und über Seekabel auch mit Schweden und Norwegen. Diesen Austausch, also den Import und Export von Strom über Ländergrenzen hinweg, bezeichnet man als Stromhandel.

Der Handel mit Strom wird bestimmt durch eine Eigenart der Handelsware: Strom ist nur sehr begrenzt speicherbar. Und die Energieerzeugung folgt immer den zeitlichen Schwankungen des Stromverbrauchs. Zu manchen Zeiten exportiert Deutschland daher Strom und zu manchen Zeiten importieren wir ihn.

In Europa verfügt Deutschland über die höchste installierte Kraftwerksleistung. Es erzeugt und verbraucht am meisten Strom. 2021 war Deutschland mit insgesamt 17,4 Terrawattstunden (TWh) erneut Nettostromexporteur, d. h. es exportierte in Summe über das Jahr mehr Strom, als es aus anderen Ländern importierte. Deutlich stieg dabei der Austausch mit den skandinavischen Ländern, deren Erneuerbaren-Anteil am Strommix zu den größten in Europa zählt. Ob Deutschland mehr Strom im- oder exportiert, hängt nicht nur von Angebot und Nachfrage im Inland, sondern auch von den Strompreisen der anderen EU-Länder ab.

Durch die europaweite Vernetzung ergeben sich für die Verbraucher niedrigere Strompreise, da an einem größeren Markt mehr Anbieter konkurrieren. Dadurch können wir in Deutschland den Strom immer da kaufen, wo er gerade am günstigsten produziert wird. Gleichzeitig können wir insbesondere erneuerbaren Strom, der den deutschen Bedarf an einem bestimmten Tag übersteigt, grenzübergreifend in die Regionen exportieren, in denen er zu diesem Zeitpunkt gebraucht wird. Das passiert z. B. wenn an Sommertagen ein Überschuss an PV-Strom anfällt, denn innerhalb des Stromnetzes kann der Strom nur sehr begrenzt zwischengespeichert werden, sondern muss zwischen Erzeugern und Verbrauchern unmittelbar verteilt werden.

Zum Eigenverbrauch der Kraftwerke: Dieser wird gesondert ausgewiesen – als Differenz zwischen Brutto- und Nettostromerzeugung – da dieser Strom nie ins Netz eingespeist wird. Somit steht er auch nicht den Verbrauchern zur Verfügung und musste aufgewendet werden, nur um die Energie überhaupt erst zu erzeugen. Der Eigenverbrauch betrug 2021 ca. 29 TWh und ist damit nicht unerheblich.

Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team vom Bürgerdialog Stromnetz

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Quellen:

www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/strommarkt-der-zukunft.html

www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/HandelundVertrieb/SMARD/Aktuelles/start.html

www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/20220107_smard.html

www.netzentwicklungsplan.de/sites/default/files/paragraphs-files/NEP_Anhang_Aktualisierung_Februar_2022_0.pdf

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