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Bürger fragen - Wir antworten

Richtwerte der 26. BImSchV

Richtwerte der 26. BImSchV: Wie ist dieser Strahlenschutzgrenzwert wissenschaftlich belegt?
Gibt es neben den Belegen zu akuten biologischen Wirkungen auch Langzeitbetrachtungen mit generationsübergreifenden Daten? Wenn ja, welche?
Mit freundlichem Gruß
Kurt Oberholz

Frage von Kurt Oberholz 9. Juli 2021
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Sehr geehrte Herr Oberholz, 

vielen Dank für Ihren Beitrag. Gerne gehen wir auf Ihre Aussagen ein und hoffen Ihnen die Thematik etwas näherzubringen. 

Die Grenzwerte für niederfrequente elektrische und magnetische Felder sowie statische Magnetfelder sind in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (26. BImSchV) festgelegt. Die Grenzwerte basieren auf Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierenden Strahlen (ICNIRP), der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) sowie wissenschaftlicher Gremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), insbesondere der International Agency for Research on Cancer (IARC).

Die Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung, für elektrische und magnetische Felder beim Stromnetzausbau basieren auf internationalen Empfehlungen und sind in vielen europäischen Ländern einheitlich. Sie schützen vor allen nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken, die von elektrischen und magnetischen Feldern bei Gleichstrom (0 Hertz) und Wechselstrom (50 Hertz) ausgehen. Der Gleichstrom-Grenzwert für magnetische Felder beträgt 500 μT. Die Wechselstrom-Grenzwerte betragen 5 kV/m für elektrische Felder und 100 μT für magnetische Felder. 

Die Basis der gesundheitlichen Bewertung von elektrischen Strömen und Feldern im menschlichen Körper sind die Feldstärken, die auch ohne äußere Einflüsse im Körper entstehen. Diese natürlichen Feldstärken liegen bei 5 bis 50 mV/m. Dieser Bereich dient als Basis für die Beurteilung gesundheitlicher Wirkungen niederfrequenter Felder durch Stromleitungen. Die Grenzwerte für von außen auf menschliche Körper einwirkende elektrische und magnetische Felder garantieren, dass der natürliche Feldstärkenbereich im Körper nicht überschritten wird. Der Basisgrenzwert für die im Körper erzeugten Grenzwerte liegt bei 20 mV/m. Wissenschaftlich nachgewiesen sind gesundheitliche Schäden erst ab einem hundertfachen des Basisgrenzwertes, also bei 2000 mV/m.

In der Wissenschaft werden auch mögliche Langzeitwirkungen niederfrequenter Felder untersucht. Neben einem möglicherweise erhöhten Risiko für Leukämie bei Kindern wird auch ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Nervensystems bei einer (beruflichen) Exposition mit starken niederfrequenten Feldern diskutiert.* Jedoch konnte ein wissenschaftlich plausibler Wirkmechanismus bisher nicht belegt werden.

Studien zum Thema:

Potential health impacts of residential exposures to extremely low frequency magnetic fields in Europe – James Grellier, Paolo Ravazzani et al. – 2017

A pooled analysis of magnetic fields and childhood leukaemia – A. Ahlborn, N. Day et al. – 2000

Proximitx to overheared power lines and childhood leokamia: an international pooled analysis – Aryana T. Amoon, Cathrine M. Crespi et al. – 2018

Empfehlenswert zu den Studien ist folgender Beitrag des BfS: https://www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/stellungnahmen/emf/leukaemie-stromleitungen/leukaemie-stromleitungen.htmlDort geht das Bundesamt für Strahlenschutz auf diese und weitere Studien ein und bewertet die Kernaussagen. Zusätzlich sind dort weitere Studien gelistet.

Weitere Informationen finden Sie auch unter https://www.buergerdialog-stromnetz.de/artikel/11-wichtige-bezeichnungen-und-was-sie-bedeuten/

Wir freuen uns weiterhin über den Dialog mit Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Bürgerdialog Stromnetz-Team

* https://www.bfs.de/DE/themen/emf/nff/wirkung/wirkung_node.html

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