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Bürger fragen - Wir antworten

Strahlenschutz bei Freileitungen

Guten Tag,

ich bin grundsätzlich am Kauf eines Hauses interessiert, zweifle aber an der Unbedenklichkeit der baulichen Gegebenheiten, daher meine Frage:
Welche negativen Auswirkungen (z. B. Strahlung, Magnetfeld) sind von 5 einzelnen über und auf dem Hausdach verlaufenden Stromleitungen zu erwarten?

Besten Dank für eine klärende
Rückmeldung, freundlicher Gruß, F. M.

Frage von F.M. 18. Mai 2020
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Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Guten Tag,

Vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Strahlenschutz bei Freileitungen.

Allgemein lässt sich sagen, dass die von Hoch- und Höchstspannungsleitungen ausgehende elektromagnetische Strahlung mit dem Abstand zur Leitung schnell sinkt. Insofern ist bedeutsam wie viel Abstand zwischen den Leitungen und dem Wohnhaus besteht.

Grundsätzlich können elektrische und magnetische Felder auf den menschlichen Körper wirken. Ausschlaggebend ist dabei die Stärke und Frequenz der Felder. Der Gesetzgeber verpflichtet die Betreiber von Stromleitungen, dass jederzeit die Grenzwerte von elektrischen und elektromagnetischen Feldern eingehalten werden müssen. Eine allgemein gültige Abstandsregelung gibt es nicht.

Die gesetzlichen Grenzwerte sind so festgelegt, dass auch für besonders empfindliche Personengruppen (wie Kinder, kranke und alte Menschen) nachweisbare gesundheitsrelevante Wirkungen sicher ausgeschlossen werden können. Die Grenzwerte für niederfrequente elektrische und magnetische Felder sind in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (26. BImSchV) festgelegt. Die Grenzwerte basieren auf Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierenden Strahlen (ICNIRP), der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) sowie wissenschaftlicher Gremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), insbesondere der International Agency for Research on Cancer (IARC). Der Grenzwert für magnetische Wechselfelder beträgt bei Stromversorgungsanlagen 100 Mikrotesla (µT).

Das Bundesministerium für Strahlenschutz (BfS) hat 2009 die Feldstärken in der Umgebung von Wechselstrom-Freileitungen der Hoch- und Höchstspannungsebene messen lassen. Die höchsten Magnetfeldstärken wurden unter 380 kV-Freileitungen gemessen. Sie betrugen 1 Meter über dem Erdboden 4,8 Mikrotesla. Der zum Zeitpunkt der Messung fließende Strom wurde bei den Betreibern der Leitungen abgefragt und die gemessenen Feldstärken wurden zusätzlich auf den Zustand hochgerechnet, der bei maximaler Stromübertragungsmenge auftreten kann. Bei den untersuchten Anlagen wurde auch unter dieser Bedingung der Grenzwert von 100 Mikrotesla in einer Messhöhe von 1 Meter über dem Erdboden eingehalten.

Die Studie zu diesem Thema finden Sie unter:

http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-201011153619

Weitere Informationen der BImSchV zu elektromagnetischen Feldern und welche Vorsorgemaßnahmen sie ergreifen können, finden Sie auch auf der Homepage vom BfS.

https://www.bfs.de/DE/themen/emf/emf_node.html

Zum Thema Stromtrassen, elektromagnetische Felder und Gesundheit hat der Bürgerdialog Stromnetz zudem ein Interview mit Frau Dr. Ziegelberger vom Bundesamt für Strahlenschutz geführt. Dort unterstreicht Frau Dr. Ziegelberger zum Thema Grenzwerte: „Die verschiedenen Wirkmechanismen sind gut untersucht und die Grenzwerte so festgelegt, dass die jeweiligen Wirkschwellen nicht erreicht werden und somit gesundheitsrelevante Wirkungen nicht auftreten.“ Das ganze Interview mit Frau Dr. Ziegelberger finden Sie auf unserer Website.

https://www.buergerdialog-stromnetz.de/netzausbau/grenzwerte-sind-so-festgelegt-dass-gesundheitsrelevante-wirkungen-nicht-auftreten/

Mit freundlichen Grüßen
Redaktion Bürgerdialog Stromnetz

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