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Bürger fragen - Wir antworten

Stromverbrauch und ökologischer Fußabdruck digitaler Geräte

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wie wird der Stromverbrauch sich in Zukunft entwickeln? Welchen ökologischen Fußabdruck tragen die Unmengen von digitalen Geräten (Energie und Elektroschrott)? Wie geht man damit um?

Danke und viele Grüße

A. 

Frage von A. 24. März 2021
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Sehr geehrte Frau A.,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der Stromverbrauch in Deutschland ist seit Beginn der 1990er Jahre im Trend gestiegen. Seit 1990 wurde in Deutschland etwa ein Zehntel mehr Strom verbraucht. In den vergangenen Jahren hat sich dieser langjährige Anstieg jedoch nicht fortgesetzt und der Bruttostromverbrauch in Deutschland ist relativ konstant geblieben.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass Deutschland auch in den kommenden Jahren einen, im Vergleich zu heute, etwa gleichbleibenden Stromverbrauch verzeichnen wird. Sie prognostiziert für das Jahr 2030 einen Bruttostromverbrauch von 580 Terawattstunden. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag der Bruttostromverbrauch bei etwa 575 TWh. Auch Studien des Öko-Institut und der Prognos AG kommen mit einem prognostizierten Bruttostromverbrauch von 567 bzw. 591 TWh im Jahr 2030 zu einem ähnlichen Ergebnis.

Dem gegenüber stehen Untersuchungsergebnisse im Auftrag des Bundesverbandes Erneuerbare Energien sowie Untersuchung des Energiewirtschaftlichen Institutes der Universität Köln (EWI), die zukünftig mit einem Anstieg des Stromverbrauches in Deutschland rechnen. Das EWI nimmt beispielsweise einen Verbrauch von 748 Terawattstunden bis 2030 an, was einer Steigerung von etwa 26 Prozent gegenüber 2018 entspricht. Auch die Prognosen des Stromverbrauchs für 2035 im Szenariorahmen 2021 bis 2035 der Übertragungsnetzbetreiber legen mit 638– 729 Terawattstunden einen zukünftigen Anstieg des Stromverbrauches in Deutschland nahe.

Dass diese Studien bzw. Szenarien zur künftigen Entwicklung des Stromverbrauchs erhebliche Bandbreiten aufweisen, ist vor allem auf unterschiedliche Annahmen zur Entwicklung bei neuen Stromverbrauchern bzw. der Sektorkopplung (Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektor) sowie bei der Energieeffizienz zurückzuführen. Mit einem Sinken des Stromverbrauchs ist jedoch in keinem Szenario zu rechnen, sodass für eine sichere Stromversorgung in Deutschland zusätzliche effiziente Erzeugungs-, Transport und Speicherkapazitäten benötigt werden.

Welchen ökologischen Fußabdruck tragen die digitalen Geräte (Energie und Elektroschrott)? Wie geht man damit um?

Mit dem Wachstum von Entwicklung und Einsatz digitaler Technologien steigen auch Energie- und Ressourcenverbräuche, vor allem wegen der Herstellung von Mikroelektronik, des Stromverbrauchs im laufenden Betrieb durch die ununterbrochene Empfangsbereitschaft sowie bei der Entsorgung bzw. Recycling. Tiefere Einblicke in Fragestellungen rund um den ökologischen Fußabdruck durch die Nutzung von digitalen Geräten geben beispielsweise Studien des Borderstep Institutes oder des Öko-Institutes.

Damit der ökologische Fußabdruck der Digitalisierung so gering wie möglich ausfällt, hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) 2020 eine umweltpolitische Digitalagenda auf den Weg gebracht. Eine anschauliche Übersicht zum ökologischen Fußabdruck der Digitalisierung finden Sie auf der Seite 33. Die Digitalagenda definiert strategische Grundsätze und Ziele und umfasst über 70 Maßnahmen, die auch das Ziel verfolgen den Energiebedarf und den Ressourcenverbrauch digitaler Technologien zu reduzieren.

Konkret umfassen diese Maßnahmen beispielsweise die Fortentwicklung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms ProgRess mit besonderem Augenmerk auf den Wechselwirkungen von Digitalisierung und Ressourceneffizienz. Zudem sollen EU-weite Mindesteinsatzquoten an recycelten Materialien (Kunststoffe und Metalle) bei der Herstellung bestimmter Komponenten für digitale Infrastrukturen und digitale elektronische Geräte entwickelt werden. Durch die Schaffung verbindlicher Regelungen zur Bereitstellung von Updates, Reparaturanleitungen, Ersatzteilen und Werkzeugen sowie herstellerübergreifenden Lösungen zum Austausch von Akkus, Displays und weiteren kurzlebigen Hardwarekomponenten soll außerdem die Langlebigkeit von Elektro- und Elektronikgeräten erhöht werden. Weitere Details finden Sie auf der Seite des BMU:
https://www.bmu.de/digitalagenda/

Mit freundlichen Grüßen
Team Bürgerdialog Stromnetz

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