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Bürger fragen - Wir antworten

Wieso benötigen wir den Netzausbau, wenn es doch bereits ein funktionierendes Übertragungsnetz gibt?

Sehr geehrte Damen und Herren,

warum wird ein Stromnetzausbau benötigt, wenn das Übertragungsnetz seine aktuelle Aufgabe gut meistert? Zudem würde mich interessieren, warum der geplante Netzausbau dann in einer so großen Dimension geplant wird. Auf welchen Berechnungsgrundlagen wurde diese Dimensionierung begründet?

Ich hoffe auf eine baldige Antwort.

Vielen Dank

E.S.

16. Februar 2021
Bürgerdialog Stromnetz Signet

Antwort von der Redaktion

Sehr geehrter Herr/ Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Fragen.

Neue Stromleitungsausbauvorhaben im Übertragungsnetz werden in Deutschland nur dann gebaut, wenn ein Bedarf für sie festgestellt wurde und sie im Bundesbedarfsplangesetz oder im Energieleitungsausbaugesetz festgeschrieben sind. Das bestehende Übertragungsnetz reicht nicht mehr aus, um zukünftig die Stromversorgung in Deutschland unter Einhaltung der Klimaschutzziele, Kernenergie- und Kohleausstieg sicherzustellen. Es werden daher neue Stromleitungen, Ersatzneubauten und Optimierungen der bestehenden Leitungen benötigt.

Um festzustellen, ob, wo und wann in Deutschland neue oder optimierte Stromleitungen benötigt werden, gibt es einen gesetzlich festgelegten Prozess:

Zu Beginn des Prozesses wird ein Szenariorahmen erstellt. Dieser bildet wahrscheinliche Entwicklungen der Energielandschaft (Stromerzeugung und Stromverbrauch) für die folgenden 10 bis 20 Jahre ab. Er berücksichtigt die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung. Auch der stark zunehmende Anteil an erneuerbaren Energien sowie der Einsatz von Speichern und anderen Technologien werden berücksichtigt.

Den Szenariorahmen kann die Öffentlichkeit, also alle Bürger, Träger öffentlicher Belange und wissenschaftliche Einrichtungen, kommentieren und ihre Erwartungen einbringen. Erst wenn die Bundesnetzagentur (BNetzA) alle Stellungnahmen und Hinweise sowie den gesamten Szenariorahmen umfassend geprüft hat, genehmigt sie ihn.

Der Szenariorahmen stellt die Grundlage für den Netzentwicklungsplan (NEP) dar, welcher die für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb erforderlichen Netzverstärkungs- und Netzausbauvorschläge mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren darstellt. Bei der Entwicklung des NEP wird stets das NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) angewendet. Das bedeutet, dass zunächst versucht wird, den aktuellen Netzbetrieb zu optimieren, zum Beispiel durch höhere Belastung bei kühleren Außentemperaturen. Anschließend wird versucht die vorhandenen Leitungen zu verstärken. Nur, wenn beides nicht ausreicht, wird das Netz mit neuen Leitungen ausgebaut. Beim NEP gibt es für Bürger*innen und Träger öffentlicher Belange zweimal die Möglichkeit im Rahmen einer öffentlichen Konsultation eine Stellungnahme abzugeben. Nach Prüfung und Berücksichtigung der Konsultationsbeiträge wird der NEP durch die BNetzA bestätigt.

Gebaut werden jedoch nur die Leitungen, die es vom NEP über einen Gesetzgebungsprozess in das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) schaffen, das mindestens alle vier Jahre von Bundestag und Bundesrat beschlossen wird.(Quelle: Bundesnetzagentur, netzausbau.de/5schritte)

Wir hoffen, wir konnten Ihre Rückfragen damit ausreichend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team Bürgerdialog Stromnetz

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