Energiewende
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An vielen Stellen wird behauptet, es bräuchte keine Trassen, wenn die EEG vor Ort gebaut würden und die Versorgungsspitzen durch Gas statt Kohle ausgeglichen würden. Dann würden die bestehenden Netze ausreichen. Was ist daran?

Frage von Michael B., 07. November 2018

Die Diskussion, ob der geplante Stromnetzausbau durch dezentrale Ansätze, unterschiedliche Speichertechnologien und mehr Windkraft beispielsweise in Süddeutschland insgesamt nicht deutlich geringer ausfallen könnte, wird schon sehr lange und in unterschiedlichen Kreisen intensiv diskutiert. 2018 hat die Renewables Grid Initiative (RGI) ihre aktuelle Studie „Dezentralität, Regionalisierung und Stromnetze“ vorgestellt, die zu diesem Thema wichtige Antworten liefert. In der Meta-Studie - die vom Öko-Institut für die RGI erstellt wurde - wurden zehn prominente Studien zu Dezentralitätskonzepten analysiert und verglichen. Eines der Ergebnisse ist: Selbst wenn alle Speicher- und Flexibilitätsoptionen zur Verfügung stehen würden, bliebe der bis 2030 geplante und bestätigte Netzausbau weiterhin notwendig. 

Der stetig steigende Anteil von erneuerbar erzeugtem Strom - aktuell liegt er bei ca. 38 Prozent der Nettostromerzeugung - fordert eine höhere Flexibilisierung des Energiesystems. Wichtig ist, die vorhandenen Stromnetze entsprechend den veränderten Erzeugungsstrukturen und den neuen Energiemarkt-Regeln anzupassen. Neben dem Netzausbau auf der Verteilnetz- und Übertragungsnetzebene spielen natürlich auch der dezentrale Einsatz von Batteriespeichern, die Sektorenkopplung (dezentrale Nutzung des erneuerbar erzeugten Stroms  in den Bereichen Wärme und Verkehr) und eine intelligente Steuerung von großen Lasten und Verbrauchern eine bedeutende Rolle bei der Flexibilisierung des Energiesystems. Nach aktuellem Stand der Forschung kann eine dezentrale Stromerzeugung den Netzausbau nicht vermeiden, wenn eine kostengünstige Versorgungssicherheit auch bei einem steigenden Anteil Erneuerbarer Energiequellen im Netz gewährleistet bleiben soll.

Antwort von Redaktion, 16. November 2018

Kommentare

  • Michael F. Brack, 18. November 2018

    Ich poste hier mal eine Antwort von jemandem, wo ich meine o. g. Frage und die o. g. Antwort auf Facebook gepostet habe:
    Im Bürgerdialog sind Möglichkeiten zukünftiger Energienetze mit Fragezeichen dargestellt. Möglicherweise wäre es hilfreich eine solche - gut dargestellte Zusammenhänge - mit modernen zur Verfügung stehenden Komponenten in der Energie und Übertragungstechnik zu komplementieren. Die Trägheit der vorhanden Großkraftwerke wird im Gegensatz zu den Erneuerbaren Energien als Vorteil dargestellt. Es wird vollständig nicht berücksichtigt, das moderne Anlagen der Erneuerbaren Energieanlagen sehr komplex gesteuert und geregelt werden auf Basis von Digitalen Steuerungen. In meinen Augen ist diese digitale Regelung der Trägheit der Großkraftwerke, in der Funktion, weit überlegen. Blindstrom Kompensationsanlagen sind immer schon ein effizienter Part zur Effizienzeinsparung gewesen. Vieles was in obiger Darstellung aufgezeigt -als zukünftig wird- ist Realität. Die höhere Blindleistungen im Netz wird durch, nicht ohmschen Verbraucher und zu querschnittsarme Kupferleitungen im Boden flächendeckend hervorgerufen. Versorger verweigern üblicherweise diese Tatsache, messtechnisch ist diese Tatsache nachweisbar. Die obige Darlegung geht in meinen Augen an dem Kernthema vorbei. Möglicherweise habe ich es übersehen, aber ich sehe nicht wie hoch erforderliche elektrische Strombedarf für Bayern ist nach abschalten der dortigen A-Kraftwerke. Wie viel Gas angetrieben Kraftwerke stehen zur Zeit in Reserve , oder sind komplett abgeschaltete. Welche Leistung an Erneuerbaren Energie - ist im Zubau bis 2022 - zu erwarten? Meiner Meinung nach sollte diese Seite erst einmal nachvollziehbar dargelegt werden.

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