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Erdkabel hat Vorrang vor Freileitungen?

Mit welcher nachvollziehbarer Begründung wird dem Erdkabel Vorrang vor der Freileitung eingeräumt ? Verständlich wäre wenn in sensiblen Bereichen ,z.Bsp. in der Nähe von Wohnhäusern Erdkabel oder die Alternative GIL gasgefüllte Rohre verwendet würden ,ansonsten aber die wirtschaftlichere Lösung Freileitung gewählt würde ?
War das die Furcht vor des Volkes Wille ? Nur wie ist der in demokratischer Weise festgestellt worden :Durch Volksabstimmung ,freie Wahlen oder telephonische Abstimmung a la Deutschland sucht den Superstar ? Tatsache ist ,der Atomausstieg gilt dann als gescheitert ,wenn auf Dauer unsere Nachbarstaaten nicht nachziehen ! Ob dies geschieht hängt allein davon ab was alternative Energie langfristig kostet ! Freileitungen lassen sich problemlos recyclen - Atommüll nicht !

Frage von , 20. Dezember 2015

Die Begründung zum vorrangigen Einsatz von Erdkabeln kann im Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Bundestag zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus nachgelesen werden. In der Begründung zum Gesetz auf Seite 46 zu Artikel 7 heißt es: „Die breite Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger ist ein zentrales Element für das Gelingen der Energiewende. Insbesondere beim Bau der HGÜ-Leitungen bestehen besondere Herausforderungen. Der verstärkte Einsatz von Erdkabeln kann gegebenenfalls dazu beitragen, die Akzeptanz für diese dringend erforderlichen Vorhaben zu stärken".

Aus planungstechnischen Gründen wollte der Gesetzgeber eine klare Vorrangregelung schaffen (Begründung S. 47, ebd.): „§ 3 Absatz 1 BBPlG – neu – legt klar fest, dass die mit „E“ gekennzeichneten HGÜ-Leitungen vorrangig als Erdkabel zu errichten und zu betreiben oder zu ändern sind. Grundsätzlich besteht für die Vorhabenträger und die Bundesnetzagentur im Hinblick auf diese Vorhaben damit kein Entscheidungsspielraum mehr für die Frage, ob die Leitung als Erdkabel oder als Freileitung errichtet werden kann. Flankiert wird diese Norm durch die verfahrensrechtlichen Änderungen im NABEG, insbesondere durch den neuen § 5 Absatz 2 NABEG, nach dem insbesondere ein möglichst geradliniger Verlauf eines Trassenkorridors zur späteren Errichtung eines Erdkabels in der Bundesfachplanung zu ermitteln ist.“ Gerade für die großen HGÜ-Leitungen soll vornehmlich eine Übertragungsmöglichkeit genutzt werden, denn ein ständiger Wechsel von Verkabelung zu Freileitung und umgekehrt bedeutet wiederum Kabelübergangsanlagen. Diese haben etwa die Größe von 50x30 Metern (also 1500 m² oder, bei 2 Systemen, 3000 m²). Zum Vergleich: Ein Fußballfeld ist etwa 70x100 Meter (also 7000 m²) groß.

Der Vorrang von Erdkabeln bei HGÜ-Leitungen ist durch eine Parlamentsentscheidung am 3. Dezember 2015 festgestellt worden.

Antwort von Redaktion, 04. Januar 2016

Kommentare

  • H_K, 10. Februar 2016

    Die Frage ist aber noch nicht beantwortet in Bezug auf die Akzeptanz der Bevölkerung ! Wie wurde festgestellt wer - was - will ? Das bezieht sich auch auf - wer will mehr bezahlen !
    Ich sehe auch große Probleme für die Zukunft , wenn über Industrieprojekte generell erst Volkes Wille eingeholt werden muß .Speziell wenn dies nicht über Volksbefragungen ( wie Stuttgart 21 ) geschieht , sondern nach dem Motto wer am lautesten schreit hat Recht.

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  • Schokranratte, 18. Januar 2016

    Das würde mich auch interessieren. Soll jedes Infrastrukturprojekt, welches politisch abgesegnet ist mit den Stimmen der Bundestagsvertreter, also aus allen Wahlkreisen, nun einer Volksabstimmung zugeführt werden? Und die Kosten, darüber spricht doch niemand bzw. thematisiert man das? Wenn wir den Atomausstieg wollen und die Kohle auch raus aus dem System soll, dann müssen wir die Erneuerbaren von A nach B kriegen. Und da gehört der Netzausbau dazu.

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  • Praktikant, 14. Januar 2016

    Nochmal zur Kernfrage :
    Alle berufen sich auf die "Akzeptanz" in der Bevölkerung !
    Wie wird die festgestellt ? Durch Wahlen ,Volksabstimmungen ,Meinungsumfragen oder Telefonumfragen ( 50 cent/ Minute ) ?

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