Elektromagnetische Felder
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In welcher Entfernung von einer 380 KV-Leitung, die auch noch eine 110 KV-Leitung 'aufgesattelt' hat, wohnt man wirklich sicher? Also ab welcher Entfernung ist nicht mehr messbar? Auch in Bezug auf die 'aufgeladene Luft'!

Ich habe noch nirgendwo nachlesen können, in welcher Entfernung wirklich nichts mehr messbar ist. Ebenso ist ja ein Thema, dass sich die Luftteilchen aufladen und über Hunderte von Metern noch nachgewiesen werden können. Meine Frage ist: in welcher Entfernung wohnt man wirklich so, dass nichts - weder magnetische Strahlungen noch 'aufgeladene Teilchen - ankommen? Wäre sehr sehr dankbar über eine fachliche Antwort, da man ja verrückt wird, bei dem was man alles liest.

Frage von G., 21. Oktober 2015

Dr. H.-Peter Neitzke hat in seiner umfassenden Studie für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Hintergrundbelastung in Wohnhäusern mit elektromagnetischen Feldern (EMF) untersucht. Die Ergebnisse weisen für Wohnungen Werte von 0,02 bis 0,05 Mikrotesla aus. Die Abstände, um 0,1 Mikrotesla zu erreichen, liegen für 380 kV-Leitungen bei 200 Meter, bei 110 kV-Leitungen bei etwa 100 Meter. Es ist also immer ein "Rest" messbar, aber dieser kann eben auch von den Stromleitungen im Haus kommen und ist nicht pauschal festzustellen. Der Grenzwert, ab dem keine gesundheitliche Auswirkung mehr zu befürchten ist und auf den sich fast alle Gremien und die Wissenschaft geeinigt haben, liegt bei 100 Mikrotesla. Weil aber noch eine Restunsicherheit vorhanden ist, werden "Vorsorgemaßnahmen" empfohlen, z.B. ein möglichst großer Abstand von Leitungen zur Wohnbebauung, um diesen Wert weiter deutlich zu unterschreiten. Durch große Spannungen werden an den Leitungen und den Isolatoren feste Teilchen der Umgebungsluft aufgeladen, d.h. sie nehmen ein Elektron auf, auch entsteht dabei Ozon. Diese Luft wird verweht. Die Intensität ist allerdings gering, da die aufgeladenen Teilchen schnell wieder ihre Ladung verlieren. Gesundheitliche Wirkungen sind nicht nachgewiesen. Informationen dazu finden Sie auch in der Präsentation von Dr. F. Gollnick  (RWTH Aachen), unter anderem S.8.

Antwort von Redaktion, 26. Oktober 2015

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