Elektromagnetische Felder
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Lassen sich magnetische Felder irgendwie abschirmen? Wenn das doch nicht so ist, warum nimmt das Magnetfeld eines Erdkabels schneller ab, als das einer Freileitung?

Frage von G., 26. November 2015

Die Abschirmung von Magnetfelder ist aufwändiger als bei elektrischen Feldern. Eingesetzt werden können zum Beispiel hochpermeable Materialien, um den magnetischen Fluss zu konzentrieren. Bei Wechselfeldern kann die Induktionswirkung der Felder ausgenutzt werden. Hierzu müssen Leiterschleifen oder -platten so in das Feld eingebracht werden, dass die induzierten Gegenströme das ursprüngliche Feld schwächen. Dies ist allerdings mit zusätzlichen Verlusten verbunden.

Die schnellere Abnahme von Magnetfeldern in der Umgebung von in der Erde verlegten Leitungen beruht auf einer besseren Kompensationswirkung: Über eine bipolare DC-Leitung fließen zum Beispiel im Idealfall zwei gleich große Ströme in entgegengesetzter Richtung. Beide Ströme bauen gleich große, außerhalb der Trasse aber entgegengesetzt gerichtete Magnetfelder auf, die sich gegenseitig schwächen. Die Kompensation wird umso besser, je geringer der räumliche Abstand der Ströme ist. Erdkabel können vergleichsweise nah aneinander gelegt werden, weil sie durch Kabelmantel und Erdreich voneinander isoliert sind und im Unterschied zu Freileitungsseilen auch nicht ausschwingen können (z.B. bei Wind). Der Abstand zwischen Freileitungsseilen ist in der Regel größer, was die Kompensationswirkung mindert.

Antwort von Redaktion, 30. November 2015

Kommentare

  • Ingo Rennert, 14. Juli 2019

    Die wichtigste Aussage fehlt: Nach der 26. BImSchV liegt der Grenzwert für die relativ ungefährlichen magnetischen Gleichfelder (0 Hertz) mit 500 Microtesla 5 mal höher als bei den gefährlichen und 100-fach zu hoch angesetzten magnetischen Wechselfeldern. Die Begrenzung ist so gewählt, dass Störbeeinflussungen von elektronischen Implantaten durch statische Magnetfelder vermieden werden. Nach DIN/VDE sind für Gleichstrom 67.900 Microtesla zulässig. Kernspin sogar 4.000.000 Microtesla. Sraßenbahnen erzeugen Gleichfelder von 80 Microtesla, alles zusätzlich zum natürlichen Erdmagnetfeld von ca. 50 Microtesla.

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