Energiewende
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Trassenführung zwischen den Autobahnspuren möglich?

Hallo, mich beschäftigt schon lange eine Frage zur Trassenführung. Ist die Stromtrasse nicht zwischen den Autobahnspuren zu verlegen? In den letzten Jahren hat man beobachtet, wie zwischen den Autobahnspuren die Begrünung und die Leitplanken gegen Betonwände ausgetauscht wurden. Könnte man nicht solche Betonwände konstruieren, die diese Stromkabel aufnehmen könnten? Dabei dürfte es doch auch keine Rolle spielen, wenn man mit den Wänden 3 bis 4 m in die Höhe geht. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kürzester Streckenverlauf für die Verlegung ist möglich. Die dafür benötigten Flächen gehören dem Bund. Dadurch keine Pacht notwendig. Langwierige Auseinandersetzungen mit "Flächenbereitstellern" entfällt. Vermutlich ist der Gedanke zu einfach, als dass noch niemand darauf gekommen ist. Liebe Grüße, Rüdiger Grüner

Frage von G., 15. Oktober 2015

Eine Trassenführung zwischen oder neben den Autobahnspuren ist nicht möglich. Vor allem in der Bauphase kommt es bei Erdkabeln zu umfangreicheren Eingriffen. Während des Baus wird der benötigte Graben für 380-kV-Kabelsysteme (Höchstspannungsebene) mit einer vergleichbaren Übertragungskapazität (vier Kabelsysteme) bis zu 45 Meter betragen. Dieses Grabenprofil ergibt sich aus den erforderlichen Kabelgräben, der Baustraße und den Lagerungsflächen für das Erdreich und dem Mutterboden. Man kann von einer Autobahnbreite der Baustelle ausgehen. Nach Bauabschluss bleibt ein etwa 23 Meter breiter Schutzstreifen. Beim Einsatz eines 380-kV-Drehstromkabelsystems ist zu berücksichtigen, dass die maximale Lieferlänge eines Kabels auf etwa 1.000 Meter begrenzt ist. Dies wird dadurch verursacht, dass die Kabeltrommeln über das Straßennetz transportiert werden und u.a. die Durchfahrtshöhen unter Brücken zu beachten sind. Das bedeutet, dass etwa nach 1.000 Meter ein jederzeit zugängliches Muffenbauwerk errichtet werden muss. In diesen Muffenbauwerken werden die Kabel miteinander verbunden und die Kabelschirme ausgekreuzt. Dies wird als Crossbonding bezeichnet.

Sie schlagen außerdem eine Art überirdischen Tunnel zwischen den Fahrstreifen vor, in dem die Kabel verlegt werden. Baulich wäre das sicherlich machbar, im Betrieb könnten jedoch Probleme auftauchen. In einem Reparaturfall des Kabels müsste die Autobahn gesperrt werden (auch schon während der Bauphase). Umgekehrt ist nicht auszuschließen, dass bei Unfällen der Tunnel beschädigt wird und dann ebenfalls Baumaßnahmen notwendig werden. Beides kann die Versorgungssicherheit gefährden. Insofern kommt diese Lösung weniger in Frage.

Antwort von Redaktion, 26. Oktober 2015

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