Planung und Genehmigung
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Warum verläuft die Strecke nicht geradlinig. Alles andere erhöht die Kosten, die letztendlich die Stromrechnung aller angeht. Was soll diese Trasse ausgerechnet in Thüringen am Rennsteig/Eisenach? Sie sollten nicht denken, dass die Thüringer zu schwach sind, gegen einen unsinnigen Verlauf durch Naturschutzgebiete einzutreten!

Frage von Ines R., 25. April 2018

Es ist richtig und wichtig, dass für Stromleitungen geradlinige Verläufe angestrebt werden, um die Belastung für Mensch und Umwelt so gering wie möglich zu halten. Der Grund, warum Stromtrassen im Rahmen der Planungsverfahren von dieser Geradlinigkeit abweichen, hat vielerlei Gründe. Um dies nachvollziehen zu können, lohnt ein kurzer Blick in die gesetzlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren. In unserem Infoblatt "Bürgerbeteiligung und Planungsverfahren" erklären wir die wichtigsten Punkte. Für die Planung einer Leitung wie SuedLink werden zunächst die Gebiete entlang der Luftlinie der Netzverknüpfungspunkte sorgfältig geprüft, d.h. im Bereich dieser Linie wird nach bis zu 1000m breiten Trassenkorridoren für die Leitung gesucht. Dabei zeigt sich – je nach Gebiet – ob dieses für die Leitungsverlegung überhaupt geeignet ist bzw. was dagegen spricht. Um dies herauszufinden werden nach gesetzlichen Vorgaben die folgenden Schutzgüter geprüft:

  • Schutzgut Mensch (einschließlich der Gesundheit, Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt)
  • Boden, Luft, Wasser, Landwirtschaft und Klima.
  • Kulturgüter/Sachgüter
  • Wechselwirkungen zwischen den genannten Schutzgütern. 

Im Falle des SuedLink hat sich beispielsweise gezeigt, dass entlang der Luftlinie große Ballungszentren wie Hannover einer Geradlinigkeit entgegenstehen, wie Sie z.B. unserer Karte zum Stromnetzausbau entnehmen können. Wird also festgestellt, dass in einem Gebiet entlang der Luftlinie  Schutzgüter gegen die Verlegung einer solchen Leitung sprechen, werden die sich anschließenden Gebiete geprüft. Aus den in Frage kommenden Gebieten erstellen die zuständigen Übertragungsnetzbetreiber die Trassenkorridore samt Alternativen. Diese werden die in den jeweiligen Planungsschritten von der für die Genehmigung zuständigen Bundesnetzagentur geprüft. Die auf den Antragskonferenzen eingesammelten Stellungnahmen und Eingaben der Öffentlichkeit fließen in diese Prüfung mit ein. In welchem Trassenkorridor schließlich die endgültige Trasse entlangläuft, entscheidet die Bundesnetzagentur im Planfestellungsverfahren. Aktuell ist der diskutierte Verlauf des SuedLink durch Thüringen eine mögliche Variante, d.h. es steht derzeit noch nicht fest, wo die endgültige Trasse entlanglaufen wird.

Antwort von Redaktion, 04. Mai 2018

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