Technik
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Warum wird die Stromtrasse nicht in der Erde geführt?

Dem Bund und Länder gehören i.d.R. die Bundesautobahnen und Schnellstrassen. Ich frage mich, warum hier ohne große Eigentümerprobleme, die Erdkabel neben diesen Strassen als Stromtrasse nicht geführt werden? Sie sind dann von Unwetter, Sturm usw. geschützt, durch die Verkehrswege leicht erreichbar und die öffentliche Akzeptanz wird besser sein als quer durch die Landschaft über unsere Köpfe. Da es vermutlich nicht so viele Widerstände gibt, sind die Mehrkosten durch die Verzögerungskosten vermutlich kalkulierbar?

Frage von G., 27. Mai 2015

Vor allem in der Bauphase kommt es bei Erdkabeln zu umfangreicheren Eingriffen. Während des Baus wird der benötigte Graben für 380-kV-Kabelsysteme (Höchstspannungsebene) mit einer vergleichbaren Übertragungskapazität (vier Kabelsysteme) bis zu 45 Meter betragen. Dieses Grabenprofil ergibt sich aus den erforderlichen Kabelgräben, der Baustraße und den Lagerungsflächen für das Erdreich und dem Mutterboden. Man kann von einer Autobahnbreite der Baustelle ausgehen. Nach Bauabschluss bleibt ein etwa 23 Meter breiter Schutzstreifen. Beim Einsatz eines 380-kV-Drehstromkabelsystems ist zu berücksichtigen, dass die maximale Lieferlänge eines Kabels auf etwa 1.000 Meter begrenzt ist. Dies wird dadurch verursacht, dass die Kabeltrommeln über das Straßennetz transportiert werden und u.a. die Durchfahrtshöhen unter Brücken zu beachten sind. Das bedeutet, dass etwa nach 1.000 Metern ein Muffenbauwerk errichtet werden muss. In diesen Muffenbauwerken werden die Kabel miteinander verbunden und die Kabelschirme ausgekreuzt; dies wird als Crossbonding bezeichnet. Diese Muffen sind die Störstellen in der Kabelverbindung und entsprechend im Höchstspannungsnetz noch nicht dem Stand der Technik.

Antwort von Redaktion, 01. Juni 2015

Kommentare

  • Gegen Suedlink, 17. Juni 2015

    Die Muffenstationen werden nur für die Zusammenführung der Kabel einmalig benötigt, und ziehen mit der Baustelle weiter, weshalb sprechen Sie von einer permanenten Station alle 1000 Meter. ? (Muffenbauwerk ?).

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    • Redaktionsteam, 19. Juni 2015

      Hallo GegenSuedlink,
      Sie haben Ihre Kommentare noch einmal in einer Frage in unserem Online-Bürgerbüro zusammengefasst. Zur Frage wurde bereits eine Antwort eingestellt, die auch Ihre Feststellungen in den vorangegangenen Kommentaren berücksichtigt.

  • Gegen Suedlink, 17. Juni 2015

    Die Muffen werden bereits unter Wasser im Meer eingesetzt, und sind dort jahrelang im Einsatz, also meine Frage, Störanfällig ??? Laut Anbieter sind diese Muffen sicher. Also weshalb sollten diese in der Erde schlechter sein ?

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  • Gegen Suedlink, 17. Juni 2015

    Mit der erfolgreichen Entwicklung und Prüfung eines neuen HGÜ Kabelsystems hat ABB jetzt einen weiteren großen Schritt in der Kabeltechnologie erzielt. Die Stromkabel mit Kunststoff-Isolierung sind ölfrei und haben eine Spannung von 525 Kilovolt (kV). Das höchste Spannungsniveau, das bei dieser Technologie derzeit zum Einsatz kommt, liegt bei 320 kV – somit wurde eine Steigerung um 64 Prozent, auch die Länge beträgt mehr als 1000 Meter und kein Häuschen !! Also bitte aktualisieren

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