Energiewende
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Warum wird nicht anstelle der neuen Stromtrassen die sog. „Power to Gas“-Technik genutzt?

Das erzeugte Gas könnte in den vorhandenen Gasleitungen nach Süden geleitet bzw. in diesen gigantischen vorhandenen Gasspeichern mit geschätzten 200 Terrawattstunden Speicherkapazität zwischengespeichert und später entweder zur Wärmeerzeugung oder wieder mit den bereits vorhandenen Gaskraftwerken in Strom verwandelt werden.
Diese Methode wäre zwar im direkten Vergleich mit den Stromtrassen mit einem schlechten Wirkungsgrad behaftet, würde aber zunächst einmal weit mehr als 20 Millarden € (abzüglich der Kosten für die „Power to Gas“-Technik) bei den Stromtrassen einsparen.
Diese Technik kann außerdem als sehr schnell steuerbare variable Last eingesetzt werden um die durch Wind- und Solarenergie sehr volatile Netzeinspeisung zu stabilisieren; sie löst das Speicherproblem und könnte verhindern, dass für die Abnahme des überschüssig produzierten Stromes wie z.Zt. üblich auch noch Gebühren an die Nachbarländer gezahlt werden.

Frage von G., 03. September 2015

Die „Power-to-gas" (P2G)-Technologie ist leider noch sehr teuer. So kostet die kWh – in Gas verwandelt – durch die teure Elektrolyse und die Prozessnebenkosten z.Zt. etwa 15 Cent. Sie konkurriert mit dem Erdgas für etwa 3-4 Cent pro Kilowattstunde. Wieder zurückverwandelt in Strom, liegen die Kosten/kWh bei etwa 40 Cent. Beide Alternativen wären also im großtechnischen Einsatz noch wesentlich teurer als der Verkauf von Erneuerbarem Strom ins Ausland. Dennoch muss die Technologie weiterentwickelt werden, damit Elektrolyseure betriebsfester für wechselnde Einspeisung werden. Außerdem wäre bei einer alleinigen Anwendung der P2G-Technologie die Stromversorgung in Süddeutschland – zumindest mit Erneuerbaren Energien – kaum bezahlbar. So hat Bayern nach Auslaufen der Kernkraftnutzung 2022 einen Importstrombedarf von etwa 35 Mrd. kWh. In Baden-Württemberg besteht dann ein Importbedarf von 21 Mrd. kWh. Österreich kann in diesem Umfang nicht aushelfen, die Stromhandelsbilanz zu unserem Nachbarland weist seit Jahren einen Importbedarf zugunsten der Alpenrepublik aus. Nehmen wir an, wir würden diesen Strom allein über P2G bereitstellen, so würden jährlich Kosten von 50 Mrd kWh* 0,4 Euro/kWh = 20 Mrd Euro entstehen. Das ist deutlich mehr als die Kosten für den Netzausbau, die sich auf 40 Jahre verteilen und dann 0,5 Mrd Euro/a betragen.

Antwort von Redaktion, 28. September 2015

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