Energiewende
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Was fließt in der Gleichstromleitung nach Bayern wenn kein Wind weht?

Das Gesetz der Netze lautet, dass sich Einspeisung und Entnahme von Strom die Waage halten müssen. Was soll nun in der HGÜ Süd-Ost fließen wenn kein Wind weht. Auf eine Versorgungssicherheit die eigentlich keine ist, sollte Bayern lieber verzichten. Was die Erneuerbaren in Bayern betrifft, so hat das Land hier eine tolle Mischung der alternativen Energie: Bio-Gasanlagen, Wasserkraftwerke, Photovoltaik- u. Windkraftanlagen, warum soll nun diese gute sich ausgleichende Mischung, die auf dem besten Weg zur zentralen Versorgung ist, nun durch eine einseitige unregelmäßige Windlieferung wieder destabilisiert werden. Ein paar Gaskraftwerke in Bayern könnten die Sache abrunden u. Bayern hätte als erstes Bundesland die dezentrale Versorgung. Was aber überhaupt nicht gewollt ist, man will die zentrale Versorgung beibehalten und diese auf Europa ausweiten.
Hat denn noch niemand die Karte aufgerufen um Einblick zu nehmen wo die meisten Verbraucher sitzen? Der Norden kann nämlich diesen Zappelstrom nur nicht gebrauchen, weil dieser nicht grundlastfähig ist. Und so wollen sie diesen hoch subventionierten Strom abschieben, für die eigene Versorgung holen sie sich dann stattdessen grundlastfähigen Strom aus konventionellen Kohlekraftwerken. Werden diese wegen zu hohem CO2 Ausstoß abgeschaltet, so werden die AKWs in Polen die sich jetzt noch in Planung befinden gesicherte Grundlast in den deutschen Norden liefern.

Frage von G., 25. Oktober 2015

In Bayern sind nach Abschaltung der AKW noch 5 Gigawatt (GW) gesicherte Leistung am Netz. Die Last beträgt aber 12,5 GW. Es fehlen also etwa 7,5 GW gesicherte Leistung. Dies sind zur Zeit noch Kohlekraftwerke irgendwo in der Republik, aber nicht in Bayern. Bayern erzeugt 52 Gigawattstunden (GWh) Strom selbst, braucht aber etwa 80 GWh. Es fehlen also 28 GWh. Über den Korridor C werden etwa 10 GWh transportiert. Der Norden „schiebt“ den Strom nicht ab, er fließt nach den Kirchhoffschen Gesetzen von alleine in Netzteile, die eine geringere Spannung und damit Bedarf haben. Erneuerbare müssen sowohl in Bayern als auch in Norddeutschland durch gesicherte Leistung oder Speicher abgefangen werden. Kohlekraftwerke sind im Moment die mit Abstand preiswerteste Option dazu. Leider wird dabei auch Kohlendioxid emittiert, weil die Kohlendioxid-Emissionszertifikate zu billig sind und die wahren Kosten nicht widerspiegeln.

Antwort von Redaktion, 27. Oktober 2015

Kommentare

  • Student, 30. Mai 2016

    Ist es nicht etwas kurzsichtig Kohlekraftwerke als "preiswerteste Option" zu bezeichnen, wenn man bedenkt, dass diese hohe externe Kosten verursachen, bspw. durch den CO2-Ausstoß oder die Landschaftszerstörung durch den Braunkohleabbau? Nur weil diese Kosten noch nicht durch die CO2-Zertifikate "abgedeckt" werden, bedeutet es ja nicht, dass diese letztendlich nicht anfallen. Ist es da nicht fraglich diese noch durch gewisse Korridore zu unterstützen und ihre Daseinsberechtigung verlängern?

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  • Feststellung, 20. November 2015

    Lt. I.Aigner Energiedialog Bayern, benötigt Bayern 5GW ges. Leistung. Tun sie mir doch den Gefallen u. schreiben sie mir (genaue Zahlen wie b. Ihrer Bayernausführung) wie viel ges. Leistung Schleswig Holstein, Brandenb. od. Berlin fehlt? Gerechnet ohne Strom aus konventionellen Kraftwerken.
    Eigentlich müsste deren Bedarf gedeckt sein. Ich aber glaube, dass diese Länder mehr Strombed. als Bayern haben. Sie verschieben nur Ihr Problem.

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  • Feststellung, 20. November 2015

    Also verstehen sie nicht was ich schreibe? Bayern kann den Zappelstrom nicht gebrauchen. Der Strom aus Wind- Anlagen ist nicht lastdeckend. Dieser Strom hat kein 2.Standbein mit dem er existenzberichtigt wäre. Allein kann dieser fluktuierende Strom nicht gebraucht werden.
    Warum subventionieren wir dieses Zeug,
    wenn die Last schon durch Kohlestrom gedeckt ist? Der destabilisierende Überschuss wird nur ins Ausland abgeschoben.

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