Natur- und Umweltschutz
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Wie lange braucht der Nutzboden nach einer Umschichtung wegen einer Erdverkabelung um wieder seine alte Qualität zu bekommen?

Frage von G., 17. Oktober 2015

Da gibt es keine eindeutige Antwort. Das ist abhängig von Standort, Bodenqualität, ob grundwasserführende Schichten betroffen sind und der Schwere des Eingriffs. Laut Dr. Norbert Feldwisch, Sachverständiger für Bodenschutz und Altlasten, benötigen Böden bei schlechter Bauausführung Jahrzehnte und länger um den ursprünglichen Zustand zurückzuerlangen; zum Teil können dauerhafte Schäden durch Verdichtungen verbleiben. Er weist jedoch darauf hin, dass bei einer bodenschonenden Bauausführung im Regelfall nur in den ersten drei Jahren nach Bauabschluss mit Ernteverlusten zu rechnen ist. Dies wird z.B. durch die Entschädigungsregelungen von Ernteausfällen reflektiert (im 1. Jahr werden 50% angenommen, im 2. Jahr 30% und im 3. 20%).

Bestimmte Maßnahmen beim Bau können eine langfristige Störung von Böden vermeiden. So kann zum Beispiel durch achtsamen Umgang mit den Bodenschichten beim Aushub die Schichtung des Bodens erhalten werden. Auch eine Verdichtung durch die Rückschüttung kann durch vorbeugendes Bauverhalten vermieden werden. Die hier unterstützende bodenkundliche Baubegleitung ist gesetzlich nicht verpflichtend, wird aber zunehmend relevanter, so Dr. Feldwisch. Die Erdverkabelung kann neben den Veränderungen durch den Bau auch langfristige, bleibende Veränderungen zur Folge haben. Im Regelbetrieb sind Temperaturen von ca. 40°C an der Manteloberfläche der Leitungen zu erwarten. Sie können den umgebenen Boden erwärmen und an der Oberfläche Temperaturerhöhungen von bis zu 2°C verursachen.

Antwort von Redaktion, 21. Oktober 2015

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