Meinungen und Positionen

Die Energiewende ist eine Generationenaufgabe und betrifft alle Bürgerinnen und Bürger. Das Thema ist komplex und es gibt viele unterschiedliche Interessen. Entsprechend vielfältig sind die Meinungen und Positionen, die wir hier abbilden.

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"Jede Bürgerin und jeder Bürger, aber auch Verbände und Vereine, sollten ihre Beteiligungsmöglichkeiten im Planungsverfahren nutzen, um Ideen und Bedenken zu Protokoll zu geben. Das erste Mal im formalen Verfahren ist das bei den Antragskonferenzen der Bundesfachplanung möglich. Dort stellen die Übertragungsnetzbetreiber ihre Vorschlagskorridore und Alternativvorschläge vor. Vorher aber sind die zuständigen Übertragungsnetzbetreiber schon mit Informationsveranstaltungen unterwegs, um sich ein Bild von der jeweiligen Region zu machen. Das ist eigentlich der beste Zeitpunkt, um sich als Bürger/-in über die Planungen zu informieren und sich auf die Antragskonferenz vorbereiten zu können."

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Dr. Elke Weingarten, Bosch & Partner GmbH

„Ich bin weder gegen die Energiewende noch gegen den SuedLink. Aber die geplante Erdverkabelung in offener Bauweise ist für das Alte Land vollkommen indiskutabel. Sie bringt Schäden für den Boden, den Obstbau und die Wasser- und Bodenverbände mit sich, die nicht repariert werden können. Daher lehne ich die Trasse in der geplanten Form ab.“

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Ernst Eckhoff, Bauer

„In weiten, sogar größten Teilen der Bevölkerung wird der Stromnetzausbau sehr positiv bewertet ebenso wie die Energiewende an sich auch, solange die Strommasten, Kraftwerke, Braunkohleabbaugebiete und in Zukunft auch Konverter weit genug weg sind. Die meisten Leute interessiert es nicht, ob andere Bürgerinnen und Bürger über Gebühr belastet werden, solange sie selbst ihre Vorteile daraus ziehen können. Viele fragen sich jedoch, warum wird in allen anderen Bundesländern Erdkabel realisiert – nur im bevölkerungsreichsten Bundesland nicht?“

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Guido Otterbein, Bürgerinitiative „Kein Doppelkonverter in Kaarst und Neuss“

"Dialoge sind besser als Konfrontation. Dafür braucht es aber eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung, damit alle Beteiligten (auch die Vertreter der Kommunalpolitik) die Chance haben, sich umfassend zu informieren – zur Technik, dem Planungsverfahren oder dem rechtlichen Hintergrund. Und im besten Fall dann gemeinsam Konfliktlösungen für unterschiedliche Interessen und Anliegen finden."

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Anne Stamm, Vorsitzende der Bürgerinitiative Menschen unter Strom e.V. in Hagen Garenfeld

„Wir haben unsere Unternehmen immer wieder gefragt und immer wieder zurückbekommen: Zuverlässigkeit ist das Wichtigste und da schauen wir nicht unbedingt auf den Preis und aus welcher Quelle er kommt, sondern Strom muss zuverlässig fließen. Wir können es uns nicht leisten, wegen zu geringen Stroms oder Leistungsabfall plötzlich Maschinenausfälle zu haben, die uns tagelang lahmlegen können.“

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Dr. Gerold Kreuter, IHK Kassel-Marburg

"Energiewende ohne Bürgerbeteiligung funktioniert nicht. Der Bürgerdialog Stromnetz ist daher eine sehr gute Sache. Denn mit ihm wurde eine Plattform geschaffen, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen und vorhandene Vorurteile und Missverständnisse bei der Energiewende auszuräumen."

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Andrea Schwarzkopf, stellvertr. Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Kleinmachnow

„Es ist sehr wichtig, dass man die Bürger mitnimmt. Wenn wir sie nicht mitnehmen, dann hängen wir sie ab und dann müssen wir uns am Ende nicht wundern, wenn die Akzeptanz bei solchen riesengroßen Projekten wie der Transformation des Energiesektors, der Energiewende, sinkt.“

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Dirk Trappe, Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt

„Der Bau neuer Stromtrassen ist dringend erforderlich. Das heutige Übertragungsnetz kann den zukünftigen Übertragungsbedarf nicht mehr bewältigen. Das Stromnetz ist jetzt schon teilweise überlastet. Die Übertragungsnetze in einigen Regionen in Deutschland, wie z. B. im Bundesland Niedersachsen, sind bereits heute stark überlastet und damit verstärkt von aufwendigen Redispatchmaßnahmen betroffen.“

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Dr. Markus Doll, Leiter Netzentwicklung Bundesnetzagentur

„Die geplanten Trassen sind essenziell für den Transport von Windstrom aus Nord- nach Süddeutschland und damit für das Gelingen der Energiewende.“

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Stefan Kapferer, BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. 

„Die Energiewende ist die Chance zur Demokratisierung der Energieversorgung. Allerdings wird eine rein dezentrale Versorgung für energieintensive Industrie oder richtige Großstädte nicht ausreichen. Auch können wir nicht die Augen davor verschließen, dass im Norden der Republik inzwischen weit mehr Strom aus Wind erzeugt wird, als dort in den Regionen benötigt wird. Der Strom muss zu den Verbrauchern kommen, deswegen brauchen wir leistungsfähige und stabile Übertragungsnetze. Netzoptimierung und intelligente Steuerung der Netze sollte dabei auf jeden Fall vor Netzausbau gehen, denn wir erleben ja bei jeglicher Form von Infrastruktur-Projekten wie schwierig sie zu realisieren sind. Eine ernsthafte Bürgerbeteiligung bei der Ausbauplanung ist daher unverzichtbar, damit die Projekte auf eine breite Akzeptanz stoßen.“

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Kirchenrat Dr. Wolfgang Schürger, Beauftragter für Umwelt- und Klimaverantwortung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

„Wir sollten nicht glauben, heute in die Hände zu klatschen und morgen ist die Energiewende vollzogen. Im Kern reden wir von einer Technikwende. Eine ganzheitliche Betrachtung erfordert aber auch eine Wende in den Bereichen Kapital, Mobilität, Wohnungen, Stadtentwicklung, Produktion, Chemie, Politik und nicht zuletzt in den Menschen.“

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Prof. Dr.-Ing. Peter Birkner, Geschäftsführer des House of Energy e.V. in Kassel

„Wir haben gezeigt, dass die Schwankungen des Solarstroms – der vornehmlich aus dem Süden kommt – in mindestens gleichem Maße zu berücksichtigen sind wie die der Windenergie. Investitionen in die Netzinfrastruktur sind somit durch die Gesamtheit aller einspeisenden Wind- und Solaranlagen bedingt.“

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Prof. Joachim Peinke, Universität Oldenburg