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Bundesnetzagentur – Veröffentlichung der Strommarktdaten für 2020

26. Januar 2021

Anfang diesen Jahres hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Strommarktdaten für das Jahr 2020 veröffentlicht. Diese geben Auskunft über die Stromerzeugung, den Stromverbrauch, die Strompreise sowie den Stromhandel in Deutschland.

Aus den Daten geht hervor, dass die Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen wie Wind oder Sonne im Jahr 2020 weiter zugenommen hat. Durch den fortschreitenden Ausbau, aber auch günstige Wetterbedingungen lag die Erzeugung aus erneuerbaren Energien insgesamt im Jahr 2020 rund 4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Damit produzierten diese über 47 Prozent des gesamten erzeugten Stroms in Deutschland und deckten rund 49 Prozent des Nettostromverbrauchs (der Netzlast).* Dabei stellte die Windenergie mit einem Anteil von mehr als 27 Prozent am Nettostromverbrauch 2020 erneut die wichtigste erneuerbare Quelle für die deutsche Stromversorgung dar. Die Photovoltaik deckte knapp 10 Prozent. Die übrigen 12 Prozent entfielen auf Biomasse, Wasserkraft und sonstige Erneuerbare.

Betrachtet man diesen Trend, ist nur konsequent, dass die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern wie Kernenergie, Stein- oder Braunkohle im Jahr 2020 gesunken ist. Insgesamt machte die konventionelle Erzeugung einen Anteil von rund 53 Prozent an der gesamten Stromerzeugung aus, während es im Vorjahr noch knapp 57 Prozent waren.

Dieser Erzeugungsrückgang wirkte sich laut BNetzA auf einen erhöhten Importbedarf an Strom aus. Zwar hat Deutschland 2020, wie auch in den Vorjahren, mehr Strom exportiert als eingeführt und ist somit mit insgesamt 18,6 TWh Netto-Stromexporteur, jedoch ist die Menge des ins Ausland verkauften Stroms im Jahresvergleich um etwa 47  Prozent gesunken. Dabei hat Deutschland vergangenes Jahr vermehrt Strom von nördlich gelegenen Ländern wie Dänemark, Schweden und den Niederlanden bezogen.

Die Strommarkdaten geben zudem Aufschluss über die Entwicklung des Strompreises in Deutschland. Der durchschnittliche Großhandelsstrompreis lag mit  30,47 Euro pro Megawattstunde (MWh) vergangenes Jahr mehr als sieben Euro unter dem Vorjahreswert. [1] [2][3]

*Der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms an der Netzlast („im Netz“) unterscheidet sich von der Berechnungsgrundlage für die Zieldefinitionen der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien (EEG 2017), die sich am Bruttostromverbrauch bemisst. Die Netzlast erfasst keine Kraftwerkseigenverbräuche und Industrienetze, sodass bei der hier angewendeten Berechnungsgrundlage, im Vergleich zum Anteil am Bruttostromverbrauch, ein tendenziell höherer erneuerbare Energien-Anteil resultiert.

[1]https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/20210102_smard.html?nn=265778
[2] https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/202398
[3] https://www.smard.de/home

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