Europäisches Stromnetz: Interview mit Antina Sander, RGI

Am 26. März 2019 wurde das neue EU-Maßnahmenpaket "Saubere Energie für alle Europäer" vom Europäischen Parlament beschlossen. Mit den neuen Vorschriften sollen der Strommarkt in der EU auf künftige Herausforderungen vorbereitet und die Verbraucherinnen und Verbraucher in den Mittelpunkt der Energiewende gestellt werden. Damit soll die Umstellung auf saubere Energie in den einzelnen Mitgliedstaaten im Sinne einer europäischen Energiewende vorangebracht werden.

Wir haben Antina Sander von der Renewables Grid Initiative (RGI) im Interview gefragt, wie dieses neue EU-Maßnahmenpaket zu bewerten ist, welche Bedeutung die europäischen Netze und der EU-Strommarkt für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland hat und ob dezentrale Stromerzeugung beim Bau und bei der Planung europäischer Leitungen eine Rolle spielt.

Zur Person:
Antina Sander ist stellvertretende Geschäftsführerin der Renewables Grid Initiative. Sie entwickelt und betreut nationale Kollaborationen von ÜNB und NGOs, begleitet RGI-seitig die europäische Netzplanung und koordiniert das operative Management und die strategische Planung bei RGI. Antina Sander hat 2011 einen Master of Science in Umweltmanagement und -politik an der Universität Lund, Schweden, abgeschlossen. Dort hat sie ihre Masterarbeit über den Netzausbau und die öffentliche Akzeptanz geschrieben. Ihre Diplomarbeit „From ‚Decide, Announce, Defend‘ to ‚Announce, Discuss, Decide‘?“ wurde 2012 mit dem ersten Preis des „Ökostrom für Alle!"-Award ausgezeichnet. Bevor sie angefangen hat, sich für Stromleitungen zu interessieren, hat sie sieben Jahre lang in der Privatwirtschaft in den Bereichen Konsumgüter und strategische Beratung sowie bei den Vereinten Nationen gearbeitet.

Zur Initiative:
Die Renewables Grid Initiative ist eine gemeinnützige Organisation, die die Integration von 100% erneuerbarer Energie in das europäische Stromnetz fördert. Übertragungsnetzbetreiber und NGOs schließen sich in RGI zusammen, um den Aufbau einer ausreichenden Netzinfrastruktur in Europa für dezentrale und große erneuerbare Energiequellen zu unterstützen. Die Initiative fördert die Netzentwicklung, die effizient, nachhaltig, zeitnah, umweltfreundlich und für alle Beteiligten sozial akzeptabel ist. Die RGI wird von der Europäischen Klimastiftung und der Stiftung Mercator mitfinanziert.