Ihr Feedback zu diesem Internetauftritt würden wir sehr begrüßen

Dieses wird unabhängig durch das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer (FÖV) erhoben. Hier geht es zum Feedback-Formular (externe Internetseite).

Energieerzeugung- und verbrauch

Energieerzeugung in Deutschland

Deutschland verfolgt das Ziel, unser Klima zu schützen und ergreift entsprechende Maßnahmen. Ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzprogramms der Regierung ist das Vorantreiben der Energiewende. Dies bedeutet die Umstellung der Energieversorgung von Kernenergie und fossilen Energieträgern, wie Stein- oder Braunkohle auf eine nachhaltigere und effizientere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien, wie beispielsweise Wind oder Sonne.

Auf diesem Weg hat Deutschland schon einiges erreicht. Bereits vergangenes Jahr stammten rund 45 Prozent des hierzulande erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien. Dabei stellte die Windenergie mit einem Anteil von 24 Prozent an der deutschen Stromerzeugung 2020 die wichtigste erneuerbare Energiequelle dar, gefolgt von Photovoltaik (9 Prozent) und Biomasse (8 Prozent). Auch künftig hat die Windenergie unter den erneuerbaren Energieträgern das größte Potenzial.

Erzeugt wird Windenergie bevorzugt dort, wo viel Wind weht: vor allem in Ost- und Norddeutschland sowie auf hoher See. Der dort erzeugte Windstrom muss über die Stromübertragungsnetze zu den Verbrauchsschwerpunkten im Süden und Westen transportiert werden. Der Ausbau der deutschen Stromnetze ist daher von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Energiewende.

Zentrale und dezentrale Energieversorgung

Nur mit einem Mix aus zentralen und dezentralen Technologien erreicht man eine klimafreundliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung. Die einzelnen Elemente müssen zu einem funktionierenden Gesamtsystem integriert werden. Die Stromnetze spielen eine zentrale Rolle hierbei. Dafür ist sowohl der Ausbau des Verteil- sowie des Übertragungsnetzes von Bedeutung. Denn der Ausbau von erneuerbaren Energien findet an vielen Orten Deutschlands statt, an denen die erzeugte Menge häufig nicht dem örtlichen Bedarf entspricht.

In manchen Regionen wird deutlich mehr erneuerbarer Strom produziert als benötigt, während andernorts zu wenig Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass die Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne in den verschiedenen Regionen zeitlich schwankt. Um den Strom kostengünstig dorthin zu transportieren, wo er zur richtigen Zeit gebraucht wird, müssen die Verteil- und Übertragungsnetze ausgebaut werden. 

Energieverbrauch in Deutschland

Um die Klimaziele zu erreichen, ist neben einer immer grüner werdenden Stromerzeugung auch eine Steigerung der Energieeffizienz von großer Bedeutung. Denn am meisten profitiert das Klima durch die Energie, die gar nicht erst verbraucht wird. Durch energieeffizientes Handeln können deutlich weniger CO2-Emissionen ausgestoßen werden.

Auch hier hat Deutschland bereits einiges erreicht. Im Zeitraum von 1990 bis 2018 ging der Primärenergieverbrauch um 11,9 Prozent zurück.1 Jedoch muss Deutschland beim Energiesparen zukünftig noch deutlich schneller vorankommen, um die Klimaziele der Regierung zu erfüllen. Denn mit der Energieeffizienzstrategie 2050 hat die Regierung beschlossen, dass der Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 2008 um 30 Prozent sinken soll. Dies entspricht einer Verbrauchssenkung von rund 1.200 TWh oder in etwa dem heutigen Verbrauch der Niederlande und von Österreich gemeinsam.2  Damit dies gelingt, muss die Energieeffizienz sowie die verstärkte Integration erneuerbarer Energien in allen Sektoren vorangetrieben werden. 

Den größten Stromverbrauch weist bereits seit vielen Jahren die Industrie auf. Im Jahr 2020 verbrauchten Industriebetriebe rund die Hälfte des in Deutschland erzeugten Stroms. Den zweit größten Stromverbrauch verzeichneten die Verbrauchergruppe Gewerbe, Handel und Dienstleistungen mit rund 27 Prozent. Aber auch private Haushalte gehören mit einem Anteil von etwa je ein Viertel am Letztverbrauch zu den wichtigsten Stromverbrauchern in Deutschland. Der Verkehrssektor weist dagegen aktuell den niedrigsten Stromverbrauch auf. Durch die vermehrte Nutzung von sauberem Strom im Verkehr (Elektromobilität) wird der Stromverbrauch jedoch auch hier künftig steigen.

In den eigenen vier Wänden spielt neben Warmwasser besonders die Wärmeversorgung eine große Rolle für den Energieverbrauch. So benötigen private Haushalte mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs, um Räume zu heizen. Daher forscht die Bundesregierung insbesondere an Innovationen und neuen Energietechnologien für den Gebäudebereich.

1https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/energieeffizienz-in-zahlen-2020.pdf?
2https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/energieeffizienz.html